{"id":1020,"date":"2018-08-25T17:28:52","date_gmt":"2018-08-25T15:28:52","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1020"},"modified":"2018-08-26T10:50:46","modified_gmt":"2018-08-26T08:50:46","slug":"umweltschaeden-2018-was-geht-mich-das-an-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1020","title":{"rendered":"Umweltsch\u00e4den 2018 \u2013 Was geht mich das an? (II)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><em>Der LK Biologie (Q2; Schuljahr 2017\/18; Leitung: Fr. Ennigkeit) macht sich Gedanken \u00fcber die Natur. <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1016\">Teil 1\u00a0 finden Sie hier<\/a>. <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1025\">Teil 3 k\u00f6nnen Sie hier nachlesen.<\/a><\/em><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Plastik statt Fisch<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><strong>Ein Artikel von Franziska Castringius und Amira G\u00f6pfrich.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken.<br \/>\nBestimmt kennst du die Bilder von wei\u00dfen, naturbelassenen Sandstr\u00e4nden, die man so oft in Reisebrosch\u00fcren bewundert. Stell dir vor, du erm\u00f6glichst dir endlich die lang ersehnte Traumreise. Aber als du ankommst, siehst du gar nicht den sch\u00f6nen, feinen Sand. Er ist unter einem Teppich aus Plastik verschwunden. Genau das ist oft die Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pro Jahr werden 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastik ins Meer gekippt, was einer Lastwagenladung pro Minute entspricht. Bis 2050 soll genauso viel Plastikm\u00fcll wie Fisch in den Meeren sein. Allerdings ist ein Alltag ohne Plastik erst einmal schwer vorstellbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist Plastik \u00fcberhaupt?<br \/>\n<\/strong>Plastik bzw. Kunststoff wird aus Erd\u00f6l hergestellt. Wegen seiner technischen Eigenschaften, seiner Bruchfestigkeit, H\u00e4rte und Elastizit\u00e4t, wird Plastik vielf\u00e4ltig eingesetzt, z. B. als Verpackung f\u00fcr Kosmetika und Lebensmittel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist das Problem und woher kommt es?<\/strong><br \/>\nPro Jahr verbraucht ein*e \u201cDurchschnittsdeutsche*r\u201d 37 kg Verpackungsm\u00fcll. Das klingt nicht viel? Dies entspricht aber ungef\u00e4hr 134 gro\u00dfen Plastikflaschen pro Jahr, wovon aber nur 20-50% recycelt werden. Die verbleibenden 50-80% Plastikm\u00fcll landen h\u00e4ufig im Meer. Hier braucht es bis zu 450 Jahre, um eine Kunststoffflasche oder eine Wegwerfwindel zu zersetzen. Plastik bedroht die Gesundheit von unz\u00e4hligen Meerestieren. Beispielsweise verfangen sich Schildkr\u00f6ten in Plastikm\u00fcll, ziehen sich Verletzungen zu und k\u00f6nnen aufgrund des zus\u00e4tzlichen Gewichts ertrinken. Viele Tiere halten den M\u00fcll f\u00fcr Nahrung und verhungern qualvoll daran, da sich der M\u00fcll im Magen sammelt und nicht verdaut wird. So wurden laut einer OSPAR-Studie bei 93% der Eissturmv\u00f6gel in der Nordsee verschluckter Meeresm\u00fcll in ihren M\u00e4gen nachgewiesen. Auch Korallen k\u00f6nnen von umhertreibendem Plastik verletzt werden. J\u00e4hrlich verfangen sich zwischen 57.000 und 135.000 Wale, Robben und Seehunde in weggeworfenen Fischernetzen. Die gigantischen M\u00fcllstrudel, die man oft in der Zeitung sieht, sind nur die Spitze des Eisberges und somit nur ein minimaler Teil des eigentlichen Problems. 99% des Plastikm\u00fclls verschwinden n\u00e4mlich von der Meeresoberfl\u00e4che, da es zwangsl\u00e4ufig in die Tiefe sinkt und sich dort am Meeresboden oder an Korallenriffen ablagert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mikroplastik &#8211; was ist das?<\/strong><br \/>\nAls Mikroplastik bezeichnet man alle Plastikpartikel, die kleiner als 5mm sind. Man unterscheidet zwischen prim\u00e4rem und sekund\u00e4rem Mikroplastik. Prim\u00e4res Mikroplastik ist kein Abbauprodukt, sondern wird absichtlich von der Industrie hergestellt, um den Reinigungseffekt in Kosmetikartikeln zu erh\u00f6hen. In nur einer Flasche Peeling befinden sich zwischen 137.000 und 2,8 Mio. Teilchen Plastik. Allein in Deutschland werden j\u00e4hrlich 500.000 Tonnen Mikroplastik f\u00fcr Kosmetika produziert, was dem Gewicht von 3571 Blauwalen entspricht. Sekund\u00e4res Mikroplastik entsteht durch den Zerfall von gr\u00f6\u00dferen Plastikteilen, z. B. Flaschen oder T\u00fcten. Aus den Plastikteilen wird durch UV-Strahlung und Witterung Mikroplastik gel\u00f6st.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie kommt Mikroplastik ins Meer?<\/strong><br \/>\nVerwendest du dein Lieblingspeeling, Shampoo oder Duschgel, landet das darin enthaltene Mikroplastik ohne Umwege im Meer, da Kl\u00e4ranlagen dieses nicht herausfiltern k\u00f6nnen. Auch im Kleiderschrank befindet sich Mikroplastik, getarnt in ActiveWear, Polyester, Fleece oder Polyacryl. Das Problem daran ist, dass sich Mikroplastik in der Waschmaschine l\u00f6st und ebenfalls ins Wasser gelangt. Auch von Schuhsohlen und Autoreifen l\u00f6st sich Mikroplastik, welches vom Wind in Gew\u00e4sser getragen wird. Am schlimmsten sind jedoch gro\u00dfe Plastikteile, die sich durch Sonne und Salz zersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie gef\u00e4hrlich ist Mikroplastik f\u00fcr die Umwelt?<\/strong><br \/>\nMikroplastik ist ein Magnet f\u00fcr Schadstoffe. Beispielsweise heften sich Bakterien an das Mikroplastik und werden durch Str\u00f6mungen in neue Gebiete transportiert. Einzelne Lebensr\u00e4ume und Gebiete werden somit mit neuen Krankheiten, Parasiten oder Arten konfrontiert. Kleine Meeresorganismen wie Muscheln, W\u00fcrmer und Fische verwechseln Mikroplastik mit ihrer Nahrung. Dadurch entstehen fatale Sch\u00e4den, unter anderem eine erh\u00f6hte Sterblichkeit, physiologische St\u00f6rungen oder Geschw\u00fcre. Dies wirkt sich auch auf gr\u00f6\u00dfere Meerestiere aus, da W\u00fcrmer, Muscheln etc. einen erheblichen Beitrag am \u00d6kosystem leisten. Sie filtern das Wasser und sind Nahrung f\u00fcr andere Tiere. Wenn in ihnen Mikroplastik angereichert ist, wandert es durch die Nahrungskette nach oben, bis es schlie\u00dflich bei Delphinen oder dem Menschen angelangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mikroplastik- und warum auch du betroffen bist!<\/strong><br \/>\nWie gef\u00e4hrlich ist Mikroplastik eigentlich f\u00fcr den Menschen? Keine Ahnung. Es braucht mehr Forschung in diesem Gebiet und auch Langzeiterfahrungen wurden noch nicht gemacht. Wir wissen aber, was Mikroplastik mit Tieren anrichtet, und genau deshalb sollte man etwas dagegen tun. Denn klar ist: Wir alle nehmen Mikroplastik im Laufe unseres Lebens auf, z.B. \u00fcber Meersalz oder Trinkwasser. Wenn du gern Meeresfr\u00fcchte isst, musst du auch dort mit einer zus\u00e4tzlichen Portion Plastik rechnen. Denn ein Teller Muscheln hat ungef\u00e4hr 90 Partikel Mikroplastik und das ist sogar noch eine geringe Konzentration der Plastikpartikel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kannst du was ver\u00e4ndern? Ja!<\/strong><br \/>\nDas gro\u00dfe Problem, das hinter der Umweltbelastung durch Plastik steckt, sind die niedrigen Erd\u00f6lpreise und die m\u00e4chtigen Unternehmen. Plastik, produziert aus Erd\u00f6l, ist die billigste und einfachste M\u00f6glichkeit, seine Produkte ansprechend und sicher zu verpacken. Daher werden Unternehmen ohne einen triftigen Grund auch nichts an ihren Verpackungen \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie kannst du deinen Plastikverbrauch minimieren?<\/strong><br \/>\nMithilfe einer praktischen App namens Codecheck, kannst du Mikroplastik und andere umweltsch\u00e4dliche Inhaltsstoffe wenigstens vermeiden und somit eine Botschaft an die Gro\u00dfunternehmen senden, die sie vielleicht dazu bewegt, ihre Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. Dies sch\u00fctzt nicht nur die Umwelt, sondern auch deine Gesundheit, da die App dich auch vor hormonellen oder sch\u00e4dlichen Wirkstoffen warnt, die beispielsweise krebserregend sind oder auch Allergien hervorrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit ein wenig Achtsamkeit und gesundem Hinterfragen kann man unglaublich viel Plastik vermeiden. Gem\u00fcse muss beispielsweise nicht in Plastikfolie eingeschwei\u00dft sein, die kannst du auch so kaufen. Man findet f\u00fcr fast alle Produkte plastikfreie Alternativen: Wattest\u00e4bchen aus Bambus, Seife und Shampoo in fester Form &#8211; ohne Plastik &#8211; und wiederverwendbare Strohhalme aus Metall. Trinkwasser bekommst du (fast) kostenlos bei dir zu Hause. Statt dir, wenn du unterwegs Durst bekommst, jedes Mal etwas zu trinken zu kaufen, kannst du dir auch einfach eine Flasche mitnehmen und diese in vielen L\u00e4den, z.B. bei den meisten Apotheken, kostenlos auff\u00fcllen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Mikroplastiks stammt aus den synthetischen Stoffen in unserer Kleidung wie Polyester, Polyamid, Elastan, Nylon und Acrylic. Man kann seinen pers\u00f6nlichen \u201eMikroplastikaussto\u00df\u201c stark verringern, indem man versucht, so weit es geht auf nat\u00fcrliche Fasern wie Leinen, Baumwolle, Wolle, Hanf etc. umzusteigen. Beim Waschen mit hohen Temperaturen und mit Schleudergang werden besonders viele Plastikpartikel gel\u00f6st, weshalb man dies vermeiden sollte. M\u00f6chte man ganz sicher gehen, dass kein Mikroplastik ins Meer gelangt, kann man sich eine sogenannte Guppybag von dem Unternehmen Langbrett zulegen. Sie soll in der Lage sein, die Mikropartikel aufzufangen und somit den Weg ins Meer zu versperren. Au\u00dferdem verl\u00e4ngert das die Lebensdauer der Kleidung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W<strong>ie bekommt man den M\u00fcll wieder aus dem Meer?<br \/>\n<\/strong>Wenn du nur einige dieser Tipps beherzigst, kannst du deiner Umwelt einen gro\u00dfen Gefallen tun. Da nun aber leider schon einiges an Plastik in den Ozeanen herumschwimmt, gibt es auch Projekte, die dieses wieder aus den Gew\u00e4ssern entfernen wollen. Mit seinem Projekt \u201eOcean Clean Up\u201c will der Niederl\u00e4nder Boyan Slat den Pazifik von einem M\u00fcllstrudel befreien, der f\u00fcnfmal so gro\u00df ist wie Deutschland. Mithilfe von kilometerlangen Fangarmen mit nach unten reichenden Sieben soll in nur f\u00fcnf Jahren die H\u00e4lfte des gigantischen pazifischen M\u00fcllstrudels beseitigt werden. Die Konstruktion kann zwar kein Mikroplastik filtern, es wird jedoch durch die Entfernung des Makroplastiks langfristig auch das Mikroplastik verringern, da weniger sekund\u00e4res Mikroplastik entstehen wird. Seine Erfindung wurde schon 2016 in der Nordsee getestet und kommt dieses Jahr im Pazifik zum Einsatz. Das aufgefangene Plastik muss regelm\u00e4\u00dfig abtransportiert werden und wird anschlie\u00dfend recycelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was du hieraus mitnehmen kannst:<\/strong><br \/>\nPlastik ist sehr praktisch sowohl f\u00fcr K\u00e4ufer*innen als auch Produzent*innen, stellt jedoch eine ernstzunehmende Gefahr f\u00fcr unsere Meere und irgendwann auch unsere eigene Gesundheit dar. Das Plastik gelangt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter als lecker duftendes Fischfilet auf unserem Teller oder in unser Trinkwasser. Daher ist es essenziell, dass sich jede*r dieses Problemes bewusst ist und dementsprechend versucht, etwas an seinem Umgang mit Plastik zu ver\u00e4ndern. Den Unternehmen muss klar werden, dass uns nicht egal ist, was wir uns t\u00e4glich auf die Haut schmieren und den Abfluss hinuntersp\u00fclen. Mit nur wenig Ver\u00e4nderung deiner allt\u00e4glichen Einkaufsroutine kannst du eine wichtige Ver\u00e4nderung herbeif\u00fchren und verhindern, dass Plastik t\u00e4glich Lebewesen vergiftet, ertrinken und verhungern l\u00e4sst und irgendwann in unseren eigenen M\u00e4gen landet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der LK Biologie (Q2; Schuljahr 2017\/18; Leitung: Fr. Ennigkeit) macht sich Gedanken \u00fcber die Natur. Teil 1\u00a0 finden Sie hier. Teil 3 k\u00f6nnen Sie hier nachlesen. Plastik statt Fisch Ein Artikel von Franziska Castringius und Amira G\u00f6pfrich. Es ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 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