{"id":1045,"date":"2018-09-13T21:22:52","date_gmt":"2018-09-13T19:22:52","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1045"},"modified":"2018-10-23T23:17:20","modified_gmt":"2018-10-23T21:17:20","slug":"unsere-gedanken-zu-chemnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1045","title":{"rendered":"Unsere Gedanken zu Chemnitz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Beitrag des <strong>SOR-Teams 2018\/19<\/strong>, verlesen am 13.09.2018 in der Fichtenberg-Oberschule.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der T\u00f6tung eines Mannes am 25. August in Chemnitz durch zwei oder drei Gefl\u00fcchtete wurde die Tat von Neonazis instrumentalisiert, um gewaltsam fremdenfeindliche Hetze zu verbreiten. Der genaue Tathergang ist keinesfalls gekl\u00e4rt. In k\u00fcrzester Zeit versammelten sich tausende Nazis in der Stadt und jagten Menschen mit \u201eMigrations-Vordergrund\u201c. Obwohl es Augenzeug*innen, Opfer und Videobeweise gibt, bezweifelt Verfassungsschutzpr\u00e4sident Maa\u00dfen die \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c des Geschehens und der Videos davon. So sagt er w\u00f6rtlich, es g\u00e4be \u201ekeine Information \u00fcber Hetzjagden\u201c. Damit relativiert er die Straftaten und die verfassungswidrigen Handlungen der Nazis und f\u00e4llt den Opfern dieser Ausschreitungen, wie z.B. dem Betreiber eines j\u00fcdischen Restaurants, der sich Parolen wie \u201eJudensau, verschwinde aus Deutschland\u201c anh\u00f6ren musste, in den R\u00fccken. Damit bringt Maa\u00dfen die Debatte um ein Staatsversagen auf ein neues Level.<br \/>\nAuch der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Kretschmer behauptete, dass es \u201ekeinen Mob, keine Hetzjagd und keinen Pogrom\u201c gegeben habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schockierend zu sehen: sogenannte \u201eWutb\u00fcrger*innen\u201c oder B\u00fcrger*innen, die mit der (Fl\u00fcchtlings)politik unzufrieden sind, schlossen sich den Nazis an und trotteten wie Mitl\u00e4ufer*innen hinter Menschen her, die Hitlergr\u00fc\u00dfe zeigten und Parolen aus der NS-Zeit br\u00fcllten. Keine Unzufriedenheit dieser Welt legitimiert es, sich hinter Nazis zu stellen. Wer das tut, legitimiert ihre menschenverachtende Weltanschauung und unterst\u00fctzt sie bei ihrem Vorhaben, die Demokratie abzuschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den darauffolgenden Tagen marschierten rechte Gruppierungen unter dem Vorwand eines \u201eTrauermarsches\u201c durch Chemnitz und heuchelten Beistand f\u00fcr eine Familie, die ihren jungen Vater verloren hat und die ihre Emp\u00f6rung \u00fcber die Instrumentalisierung ihres Verlustes deutlich gemacht hat. An der Spitze liefen AfD-Mitglieder wie Bernd Bj\u00f6rn H\u00f6cke, der das Holocaust-Mahnmal als \u201eMahnmal der Schande\u201c bezeichnete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Reaktion auf die Ereignisse mobilisierten K\u00fcnstler*innen ca. 65.000 Menschen zu einem Benefizkonzert in Chemnitz, bei dem unter dem Motto \u201ewir sind mehr\u201c friedlich f\u00fcr Demokratie, Freiheit und gegen Hass und Hetze protestiert wurde. Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch schrieb dazu auf Twitter: \u201eIhr seid nicht mehr. Ihr seid Merkels Untertanen, ihr seid abscheulich &#8211; und ihr tanzt auf Gr\u00e4bern.\u201c Ein \u00e4hnliches Niveau hat die Aussage von Innenminister Seehofer, der die Migration als \u201eMutter aller Probleme\u201c schimpft. Seehofer sollte sich lieber fragen, ob die Mutter der Probleme nicht Armut und soziale Ungleichheit hei\u00dfen. Der Vater hei\u00dft Rassismus.<br \/>\nDie Bundeskanzlerin verurteilte zwar die rechte Gewalt, hielt sich aber ansonsten zur\u00fcck und will in den kommenden Wochen Chemnitz besuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fordern eine humane, menschenw\u00fcrdige Migrationspolitik, auch um Rassismus, Antisemitismus und jeder anderen Form von Diskriminierung und Gewalt entschieden entgegenzutreten. Zudem erwarten wir eine selbstkritische Auseinandersetzung der Bundespolitik mit den politischen Ursachen des Rechtsrucks.<br \/>\nNicht nur Menschen, die vor Kriegen fliehen mussten, sollten sich um Anschluss bem\u00fchen, vielleicht sollte es auch Integrationskurse f\u00fcr Nazis geben. Lernziel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNiemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi\u00f6sen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.\u201c (GG Art. 3)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Mensch ist illegal!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag des SOR-Teams 2018\/19, verlesen am 13.09.2018 in der Fichtenberg-Oberschule. Nach der T\u00f6tung eines Mannes am 25. August in Chemnitz durch zwei oder drei Gefl\u00fcchtete wurde die Tat von Neonazis instrumentalisiert, um gewaltsam fremdenfeindliche Hetze zu verbreiten. 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