{"id":1184,"date":"2019-04-06T19:49:20","date_gmt":"2019-04-06T17:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1184"},"modified":"2019-05-22T16:39:02","modified_gmt":"2019-05-22T14:39:02","slug":"jenseits-der-blauen-grenze-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1184","title":{"rendered":"\u201eJenseits der blauen Grenze\u201c (Rezension)"},"content":{"rendered":"<p><u><em>Eine <strong>anonyme <\/strong>Rezension zum Buch:<br \/>\n<\/em><\/u><em>Linke, Dorit: Jenseits der blauen Grenze. Bamberg: 2014<\/em><u><em>.<br \/>\n<\/em><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/49.-Buchcover-Jenseits-der-blauen-Grenze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-457\" src=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/49.-Buchcover-Jenseits-der-blauen-Grenze-187x300.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/49.-Buchcover-Jenseits-der-blauen-Grenze-187x300.jpg 187w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/49.-Buchcover-Jenseits-der-blauen-Grenze.jpg 374w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a>,,Jenseits der blauen Grenze\u201c ist ein Jugendroman, der von Dorit Linke geschrieben und am 21. Juni 2014 im Magellan Verlag ver\u00f6ffentlicht wurde. Im Jahr 2015 wurde das Buch f\u00fcr den Jugendliteraturpreis nominiert.<br \/>\nDorit Linke ist eine Zeitzeugin des Lebens in der DDR, da sie in Rostock geboren und aufgewachsen ist. Ihr Roman spielt im Jahr 1989 und erz\u00e4hlt von dem sozialistischen Leben von Jugendlichen in der DDR, sowie von einer gef\u00e4hrlichen Flucht \u00fcber die Ostsee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hanna ist die Protagonistin und Ich-Erz\u00e4hlerin des Romans, sie ist eine gute Sch\u00fclerin und Leistungsschwimmerin, da sie jedoch des \u00d6fteren negativ auffiel, wird ihr die sportliche Karriere und das Abitur verwehrt. Auch ihr bester Freund Andreas, der einen rebellischen Charakter hat und deswegen Zeit im Jugendwerkhof verbringen musste, darf seine Zukunftspl\u00e4ne nicht umsetzen. Als beide in ein Dieselmotorenwerk strafversetzt werden und ihre Unzufriedenheit und Verzweiflung immer gr\u00f6\u00dfer wird, fangen sie an, ihre Flucht zu planen. Da sie unter der Autorit\u00e4t der DDR leben, ist die Flucht ihre einzige M\u00f6glichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu f\u00fchren. Sie entscheiden sich 50 Kilometer \u00fcber die Ostsee zu schwimmen, um in die BRD zu gelangen.\u00a0 Von Fehmarn oder Gedser aus wollen sie nach Hamburg, um ihren besten Freund Sachsen-Jensi zu treffen, der zuvor mit seinen Eltern mit dem Zug ausgereist ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Fluchtentscheidung begr\u00fcndet Andreas so: ,,Weil<em> ich niemals den Beruf haben werde, den ich haben will. Ich werde niemals sagen k\u00f6nnen, was ich denke. Ich werde immer l\u00fcgen m\u00fcssen. Und ich werde immer anecken. Keiner erkl\u00e4rt einem hier irgendwas. Man muss Befehle befolgen k\u00f6nnen, das ist alles.\u201c<\/em> (S. 270 f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kapitel handeln abwechselnd von der Gegenwart und von der Vergangenheit Hannas. Das Buch beginnt am Startpunkt der Flucht in K\u00fchlungsborn, w\u00e4hrend der Flucht erinnert sich Hanna an ihr Leben in Rostock zur\u00fcck. Da das Alltagsleben lebendig erz\u00e4hlt wird, erf\u00e4hrt man vieles \u00fcber das Leben in der DDR. Die R\u00fcckblenden handeln von Hanna, Andreas und Sachsen-Jensi, in diesen erf\u00e4hrt man beispielsweise wie ein Schultag abl\u00e4uft oder wie Verantwortliche auf Aktionen gegen das politische System der DDR reagieren, au\u00dferdem erf\u00e4hrt man, warum es zur Flucht der beiden kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Buch kommen zwei gegens\u00e4tzliche Charaktertypen vor. Einerseits gibt es Figuren, wie beispielsweise die Parteisekret\u00e4rin, die voll und ganz hinter dem System der DDR stehen, und andererseits gibt es Hanna, die das System zusammen mit ihrem Opa und ihren Freund*innen kritisiert. Dadurch lernt man beide Seiten kennen und bekommt als Leser*in ein realistischeres Bild.<br \/>\nDer Roman wirkt aus mehreren Gr\u00fcnden besonders authentisch und glaubw\u00fcrdig. Zum einem hat man das Gef\u00fchl, dass die Autorin einiges aus ihrem fr\u00fcheren Leben erz\u00e4hlt, da Dorit Linke, genau wie Hanna, Leistungsschwimmerin war.<br \/>\nDass sie vieles miterlebt hat, wird auch an ihrem Schreibstil deutlich, denn sie benutzt viele W\u00f6rter von damals. Einige davon werden am Ende des Buches in einem Glossar erl\u00e4utert, sodass man diese nachschauen kann und es zu keinen Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten kommt.<br \/>\nDes Weiteren war die sogenannte Republikflucht weder Fiktion noch Seltenheit, viele Menschen probierten beispielsweise schwimmend \u00fcber die Ostsee in die BRD zu gelangen, die wenigsten kamen an. Die meisten wurden verhaftet oder starben bei dem Versuch zu fliehen.<br \/>\nBesonders \u00fcberzeugt Dorit Linke mit ihrem Schreibstil als die Anstrengung immer gr\u00f6\u00dfer wird und die BRD immer n\u00e4herkommt. Um dies deutlich zu machen, benutzt sie immer k\u00fcrzer werdende S\u00e4tze und auch Ellipsen kommen h\u00e4ufiger vor. Man bekommt nur noch Gedankenfetzen mit, was angesichts der hohen Ersch\u00f6pfung sehr authentisch und real wirkt. Auch sonst ist der Sprachstil der Autorin sehr klar. Sie l\u00e4sst au\u00dferdem Witze \u00fcber die DDR sowie Vorurteile, besonders gegen\u00fcber Sachsen-Jensi, geschickt einflie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Roman macht dem*r Leser*in die DDR-Realit\u00e4t vorstellbar, daher ist das Buch besonders f\u00fcr diejenigen geeignet, die sich schon einmal gefragt haben, wie das Leben in der DDR ablief, aber es ist auch f\u00fcr diejenigen interessant, die den Alltag miterlebt haben, da man diese Zeit noch einmal aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Au\u00dferdem war das Leben beispielsweise in Rostock anders als das in Berlin.<br \/>\nEs w\u00e4re hilfreich ein paar Vorkenntnisse \u00fcber die DDR zu haben, da sonst Verst\u00e4ndnisprobleme auftreten k\u00f6nnten. Das Wichtigste wird aber im Glossar erl\u00e4utert, sodass man das Buch auch ohne Vorkenntnisse verstehen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine anonyme Rezension zum Buch: Linke, Dorit: Jenseits der blauen Grenze. 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