{"id":1455,"date":"2020-04-12T22:49:41","date_gmt":"2020-04-12T20:49:41","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1455"},"modified":"2020-04-12T22:49:41","modified_gmt":"2020-04-12T20:49:41","slug":"erster-corona-fall-in-leipzig-viren-kennen-keine-grenzen-boeses-mitbringsel-aus-suedtirol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1455","title":{"rendered":"Erster Corona-Fall in Leipzig: Viren kennen keine Grenzen &#8211; b\u00f6ses Mitbringsel aus S\u00fcdtirol"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Artikel von\u00a0 <strong>Carlotta <\/strong>(8d). <\/em><em>Dieser Text entstand im Rahmen des Deutschunterrichts (Fachlehrerin: Fr. Schubert).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leipzig. Olaf S., ein Mann Anfang 50, kann mittlerweile beruhigt auf seinen Corona- Krankheitsverlauf und den damit verbundenen Krankenhausaufenthalt zur\u00fcckblicken. \u201eIch habe noch einmal Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck gehabt!\u201c, sagt er im Interview.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er berichtet, dass er Ende Februar diesen Jahres, wie viele andere Deutsche auch, zusammen mit Freunden ein paar Tage zum Skifahren in S\u00fcdtirol (Italien) gewesen sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er erz\u00e4hlt, dass sie als Selbstversorger kaum Zeit auf den Skih\u00fctten verbracht h\u00e4tten. Allerdings seien die Gondeln zu den verschiedenen Pisten meistens bis zum letzten Platz gef\u00fcllt gewesen und die individuelle Bewegungsfreiheit dadurch stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNat\u00fcrlich befanden sich zu dieser Jahreszeit auch in S\u00fcdtirol offensichtlich erk\u00e4ltete Personen. Im Skigebiet selbst wurden in Bezug auf das Corona-Virus deshalb jedoch keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olaf S. erinnert sich, dass er sehr aufmerksam die Mitteilungen der Presse \u00fcber die Zunahme von Corona-Infizierten in S\u00fcdtirol verfolgt und sich auch selbst noch im Urlaub einmal \u00fcber seri\u00f6se medizinische Quellen im Internet und auch privat \u00fcber Freunde \u00fcber die Symptome des neuen Virus informiert habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSchon am vorletzten Urlaubstag litt ich unter leichtem Fieber und wies Grippesymptome, wie Abgeschlagenheit, auf\u201c, teilt der Befragte mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits auf der R\u00fcckfahrt am 29.2.2020, die er zusammen mit seinen zwei Bekannten in seinem PKW absolvierte, habe er sodann geahnt, dass er sich mit dem Corona-Virus angesteckt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb wollte er sich, als sie wieder in Deutschland eingereist waren, sogleich entsprechend untersuchen lassen und sprach daf\u00fcr in T\u00fcbingen im Krankenhaus vor.\u00a0 Zu seinem gro\u00dfen Erstaunen wurde er trotz seiner Vorwarnung, dass er denke am Corona-Virus zu leiden, weder isoliert, noch von besonders gesch\u00fctztem Personal betreut. Im Gegenteil, ohne weitere Untersuchung und Corona-Test sei er von den \u00c4rzten nach Hause geschickt worden, mit der Aussage, dass es sich bei ihm sicherlich nur um eine ganz normale Grippe handele und er sich zu Hause entsprechend auskurieren solle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eZuhause angekommen, bezog ich das G\u00e4stezimmer in meinem Haus. Ich isolierte mich selbst, um meine Frau und meine beiden kleinen T\u00f6chter so gut m\u00f6glich vor mir zu sch\u00fctzen. Es war sehr schwer meinen beiden Zweij\u00e4hrigen zu erkl\u00e4ren, warum sie nicht zu ihrem Papa durften, obwohl er doch jetzt wieder im Haus war\u201c, teilt Olaf S. traurig mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sich sein Gesundheitszustand trotz Ruhe und allgemeinen Schmerzmitteln gegen Grippe weiter verschlechterte, wollte er sich am 3.3.2020 erneut untersuchen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u00dcber ein Gesundheitsamt in Leipzig erhielt ich telefonisch jedoch die Aussage, dass f\u00fcr mich ein Test auf das Corona-Virus nicht in Frage komme\u201c, erg\u00e4nzt er aufgebracht, \u201eS\u00fcdtirol z\u00e4hlte zu dem Zeitpunkt nicht zu den Risikogebieten. Eine Notwendigkeit f\u00fcr eine Testdurchf\u00fchrung wurde damit nicht gesehen. Das hatte zur Folge, dass ich ganz normal zum Hausarzt gehen musste. Ich hatte an diesem Tag Gliederschmerzen, wie ich sie noch nie in meinem Leben versp\u00fcrt habe. Au\u00dferdem stieg das Fieber.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch beim Hausarzt stie\u00df er erst auf Ablehnung in Bezug auf seinen Corona- Verdacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur, weil Olaf S. am Ende mit seinen Kr\u00e4ften und in gro\u00dfer Sorge um seine Gesundheit sowie vorrangig der seiner Familie, mit Nachdruck darauf bestand, dass der Test auf das neuartige Virus sehr wohl durchgef\u00fchrt wird und er die Kosten daf\u00fcr tragen werde, wurde der Arzt t\u00e4tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Donnerstag, den 5.3.2020, lag das Testergebnis vor. Bis heute spricht niemand mehr \u00fcber die Kosten f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Tests und pl\u00f6tzlich habe das \u00e4rztliche Personal der Stadt Leipzig alles richtig gemacht. In einem Zeitungsartikel br\u00fcsteten sich f\u00fchrende Mitarbeiter des St. Georg-Krankenhaus in Leipzig damit, die Erkrankung des Interviewten erkannt und alles zu seiner Genesung sowie dem Schutz seiner Familie und der Allgemeinheit zeitnah eingeleitet zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas hat mich sehr ge\u00e4rgert, da es \u00fcberhaupt nicht der Wahrheit entsprach!\u201c kommentiert unser Gespr\u00e4chspartner die Pressemitteilungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olaf S. wurde unverz\u00fcglich nach Bekanntwerden der Infizierung mit dem Corona-Virus von Zuhause ins Krankenhaus auf die Isolierstation gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort erfolgten sodann mehrmals t\u00e4glich verschiedene Untersuchungen, Blutabnahmen und Infusionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Isolierte musste sich zudem einem MRT unterziehen. Im Gegensatz zu anderen Corona-Patienten brauchte er gl\u00fccklicherweise keinen zus\u00e4tzlichen Sauerstoff, Sorgen bereitete den \u00c4rzten allerdings, dass sein Fieber zum Abend hin \u00fcber etliche Tage jeweils \u00fcber 39,5 \u00b0C anstieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Familie wurde mit der Krankenhauseinweisung des Mannes Zuhause offiziell unter Quarant\u00e4ne gesetzt, was auch diesmal nat\u00fcrlich f\u00fcr das Zwillingspaar schwer zu begreifen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesprochen auf seine Isolation im Krankenhaus als erster Corona-Fall in Leipzig, beschreibt er: \u201eAuf der Isolierstation wurde ich zwar mit allen notwendigen Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgt, belastend empfand ich allerdings, dass ich aufgrund meiner besonderen gesundheitlichen Situation nat\u00fcrlich \u00fcber viele Tage keinerlei Besuch empfangen durfte und selbst das Krankenhauspersonal, welches so verh\u00fcllt war, dass ich oftmals noch nicht einmal erkennen konnte, ob es sich dabei um eine Schwester oder einen Pfleger handelte, auch nur die f\u00fcr die jeweilige Behandlung notwendige kurze Zeit im Zimmer war. Gl\u00fccklicherweise konnte ich mich, als es mir wieder besser ging, mit meiner Familie und Freunden \u00fcber das Telefon und Internet verst\u00e4ndigen. Ansonsten w\u00e4re es hier ganz sch\u00f6n einsam gewesen. Auch haben mir die vielen aufmunternden Worte Mut gemacht und bei der Genesung geholfen. Zudem war es f\u00fcr mich wichtig, dass ich mich auch w\u00e4hrend des Krankenhausaufenthaltes weiter \u00fcber die Geschehnisse auf der Welt und nat\u00fcrlich auch bez\u00fcglich des Corona-Virus informieren konnte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergangenen Montag durfte Olaf S. endlich wieder nach Hause, erz\u00e4hlte er mir \u00fcbergl\u00fccklich. \u201eIch muss zwar noch ein paar Tage zu Hause verbringen, habe den Virus jedoch gut \u00fcberstanden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tests seiner Familienangeh\u00f6rigen waren alle negativ. Allein der Besonnenheit Olaf S. ist es zu verdanken, dass er weder seine Familie noch wissentlich weitere Menschen mit dem Virus angesteckt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zwei Bekannten, mit denen er in S\u00fcdtirol im Urlaub war, mussten zwar mit Bekanntwerden der Infizierung Olaf S. mit dem Corona-Virus in h\u00e4usliche Quarant\u00e4ne. Ein entsprechender Test wurde jedoch bei ihnen nicht durchgef\u00fchrt, da nach Olaf S. Aussage, \u201eEin Test, gem\u00e4\u00df dem Gesundheitsamt in Leipzig, erst gemacht werde, sofern derjenige vorgegebene Symptome anzeigen w\u00fcrde\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass ein Mensch auch Tr\u00e4ger und Verbreiter des Corona-Virus sein kann ohne selbst Krankheitssymptome aufzuweisen, wird vom Gesundheitsamt nicht in Betracht gezogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoffen wir, dass die Menschen in den kommenden Tagen und Wochen zur Bek\u00e4mpfung der Ausbreitung des Corona-Virus ihre sozialen Kontakte so weit wie m\u00f6glich einschr\u00e4nken und bei\u00a0 Verdachtsf\u00e4llen ebenso besonnen reagieren wie Olaf S.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Artikel von\u00a0 Carlotta (8d). Dieser Text entstand im Rahmen des Deutschunterrichts (Fachlehrerin: Fr. Schubert). Leipzig. Olaf S., ein Mann Anfang 50, kann mittlerweile beruhigt auf seinen Corona- Krankheitsverlauf und den damit verbundenen Krankenhausaufenthalt zur\u00fcckblicken. \u201eIch habe noch einmal Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck gehabt!\u201c, sagt er im Interview. Er berichtet, dass er Ende Februar diesen Jahres, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,27],"tags":[],"class_list":["post-1455","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-deutsch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1455"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1455\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1458,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1455\/revisions\/1458"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fichtenblatt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}