{"id":1459,"date":"2020-04-12T23:25:18","date_gmt":"2020-04-12T21:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1459"},"modified":"2020-04-12T23:25:18","modified_gmt":"2020-04-12T21:25:18","slug":"das-coronavirus-ploetzlich-alles-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1459","title":{"rendered":"Das Coronavirus &#8211; Pl\u00f6tzlich alles anders"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Eine Reportage von <strong>Laura<\/strong> (Mitglied der Redaktion; 8c). Dieser Text entstand im Rahmen des Wahlpflichtfaches Schulzeitung (Leitung: Herr Lang).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mache mein Handy an. \u201ePling\u201c Vier neue E-Mails sind angekommen. Englisch, Mathe, Geschichte und Bio, zwei Stunden sp\u00e4ter noch zwei weitere. Jeweils mit den Aufgaben f\u00fcr die ganze Woche. So lief das die letzten drei Wochen. Homeschooling nennt man das. Und warum? Auf der ganzen Welt, gibt es momentan viele, die am Coronavirus (wissenschaftlicher Name: SARS-CoV-2) erkranken, manche sterben sogar und um die schnelle Ausbreitung zu verhindern, haben auch die Schulen geschlossen. Das bedeutet, dass alle Sch\u00fcler*innen mit den Aufgaben alleine klar kommen m\u00fcssen und Fragen nur per E-Mail an die Lehrer*innen stellen k\u00f6nnen. Viele kommen gut damit klar, doch es gibt auch Sch\u00fcler*innen, die auf viel Hilfe angewiesen sind. Bei denen m\u00fcssen dann die Eltern Lehrer*in spielen. Doch was ist, wenn auch die Eltern nicht helfen k\u00f6nnen? Die Schule ist nicht das einzige Problem. Was ist mit der Wirtschaft, wenn L\u00e4den, Musen, Zoos usw. geschlossen haben? Viele Leute k\u00f6nnen Homeoffice betreiben. Doch bei manchen ist das nicht m\u00f6glich. Das gr\u00f6\u00dfte Problem haben allerdings die Erkrankten. \u00c4ltere Leute und Vorerkrankte sind besonders gef\u00e4hrdet. \u00dcber 83.000 Tote gibt es bis jetzt weltweit (Stand: 08.04.2020).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich mache den Drucker an. Wenig sp\u00e4ter setze ich mich mit mindestens zehn Bl\u00e4tter, nein, mindestens f\u00fcnfzehn Bl\u00e4ttern an den Schreibtisch. Doch was ist mit den Leuten, die keinen Drucker haben? Abschreiben, zehn Seiten.<br \/>\nIch gucke aus dem Fenster. Die Stra\u00dfen sind leer und verlassen und das ist nicht nur hier so. Auf der ganzen Welt ist der Virus das Hauptthema und in vielen St\u00e4dten gibt es schon Ausgangssperren. Das bedeutet: Den ganzen Tag zu Hause bleiben, nur noch zum Einkaufen der wichtigsten Lebensmittel oder in Notf\u00e4llen das Haus verlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach langem Schreiben, Vokabeln lernen, Texte lesen und Rechnen bin ich endlich fertig mit den Aufgaben f\u00fcr diesen Tag. Ich schalte den Fernseher an: \u201e Das Coronavirus\u2026\u201c, sagt der Nachrichtensprecher, n\u00e4chster Sender, ich hab genug davon. \u201eWegen des Coronavirus wurde heute\u2026\u201c \u2026 Umschalten \u2026 Doch auch im n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Sender gibt es kein anderes Thema. Kein Wunder. \u00dcber welches Thema sollte man auch sprechen? Fast alles h\u00e4ngt doch im Moment irgendwie mit dem Virus zusammen. Doch wo kommt das Virus eigentlich her? Der genaue Ursprung ist noch unklar, doch es gibt eine Vermutung: 75 % aller beim Menschen neu auftretenden Infektionskrankheiten kommen von Tieren. So wie wahrscheinlich auch das Coronavirus. Wie auch das Sars-Virus, das sich 2002\/2003 ausbreitete, sprang das Coronavirus, laut Forscher*innen, wahrscheinlich von Flederm\u00e4usen, Schlangen oder G\u00fcrteltieren auf den Menschen \u00fcber. Urspr\u00fcnglich kommt das Virus also aus China. Hier wurde bereits im Januar 2020 der erste Fall gemeldet. In China kommt es aus der Stadt Wuhan, von einem Markt, auf dem mit Wildtieren gehandelt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich sp\u00e4ter noch einmal kurz aus dem Haus gehe, will ich zuerst die T\u00fcrklinke anfassen, doch nach kurzem \u00dcberlegen, mache ich die T\u00fcr dann doch lieber mit Handschuhen auf. Aber warum tun wir das eigentlich? Die Viren des Coronavirus werden endweder \u00fcber die Schmierinfektion oder \u00fcber die Tr\u00f6pfcheninfektion weitergegeben. Vor der Schmierinfektion kann man sich sch\u00fctzen, indem man oft die H\u00e4nde w\u00e4scht, am besten mit warmem Wasser und Seife. Au\u00dferdem sollte man es vermeiden, \u00f6ffentliche Gegenst\u00e4nde wie Ampelschalter, T\u00fcrklinken oder Gel\u00e4nder anzufassen. Um eine Tr\u00f6pfcheninfektion, die durch Niesen, Husten und auch Sprechen geschehen kann, zu vermeiden, sollte man mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Leuten halten und auch selbst darauf achten, keine Viren durch Niesen und Husten weiterzugeben. Gro\u00dfe Menschenansammlungen wie z.B. in \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel oder bei Sportveranstaltungen sollten generell vermieden werden, sind allerdings in den meisten St\u00e4dten auch schon verboten. In diesen St\u00e4dten k\u00f6nnen Gruppen von mehr als zwei Leuten oder ein Versto\u00df gegen den Mindestabstand schon zu Geldstrafen f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich dann noch ein bisschen durch die verlassenen Stra\u00dfen gehe, herrscht eine traurige Stimmung. Leere Stra\u00dfen, leere Parks, leere Busse fahren durch die Stadt. Alles ist ruhig. Ich sehe eine alte Frau, die ein Schild an ihrem Rollator tr\u00e4gt. \u201eBitte Abstand halten\u201c, steht darauf. Wann sich die Kurve der Infizierten senkt, kann nur abgesch\u00e4tzt werden. Aber auf jeden Fall ist klar: Nur wenn alle zusammenarbeiten und auch Leute, die nicht stark bedroht sind, mit dazu beitragen, wird das schon bald sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Reportage von Laura (Mitglied der Redaktion; 8c). Dieser Text entstand im Rahmen des Wahlpflichtfaches Schulzeitung (Leitung: Herr Lang). Ich mache mein Handy an. \u201ePling\u201c Vier neue E-Mails sind angekommen. Englisch, Mathe, Geschichte und Bio, zwei Stunden sp\u00e4ter noch zwei weitere. Jeweils mit den Aufgaben f\u00fcr die ganze Woche. 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