{"id":1917,"date":"2022-08-23T22:22:17","date_gmt":"2022-08-23T20:22:17","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1917"},"modified":"2022-08-23T22:22:17","modified_gmt":"2022-08-23T20:22:17","slug":"wie-ein-licht-im-dunkeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=1917","title":{"rendered":"Wie ein Licht im Dunkeln"},"content":{"rendered":"<p><em>Eine Kurzgeschichte von <strong>Ellen Z\u00fcrcher<\/strong>, 8c (2021\/2022). Dieser Beitrag entstand im Zuge des Deutschunterrichts (Fachlehrerin: Frau Schubert).<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dunkelheit, in der Schatten tanzen. Erdr\u00fcckende Stille. Hei\u00df l\u00e4uft ein Tropfen Wasser \u00fcber eine gl\u00fchende Wange. Kurz wird die Stille von einem ged\u00e4mpften Schluchzen durchbrochen. Dann ist es wieder still. Gedanken kommen und gehen. <em>Was wenn\u2026 Wieso nicht ich\u2026 Immer ich\u2026\u00a0 <\/em>Wie auf einem Karussell kreisen die Gedanken. Kommen wieder. Scheinen h\u00e4misch zu grinsen. Jedes Mal aufs Neue wird der K\u00f6rper von leisen Schluchzern gesch\u00fcttelt, die die Ruhe der Nacht durchbrechen. Jedes Mal aufs Neue rinnt ein kristallklarer Tropfen verfl\u00fcssigter Gedanken \u00fcber die Wange. Der Hals schmerzt. Ebenso das Herz.<br \/>\nIn der Dunkelheit scheinen Gedanken Schatten zu sein. Und mit jedem weiteren, der zu tanzen beginnt, zerbricht etwas im Inneren. <em>Krach<\/em>. Und nochmal. <em>Krach.<\/em> Und nochmal. <em>Krach.<\/em> Noch so viele Male. Irgendwann \u00fcberschwemmt eine Welle der Ersch\u00f6pfung den jungen K\u00f6rper. Ruhe legt sich \u00fcber die Gedanken wie eine wohlig warme Decke.<br \/>\nUnd doch l\u00e4sst sie nicht los. Klammert sich fest. Spinnt ihr Netz. L\u00e4sst nicht mal die Tr\u00e4ume etwas Licht bringen.<br \/>\nDer K\u00f6rper regt sich. Wirft sich hin und her.<br \/>\nAus dem bunten Traumland wird ein Netz. Es schlingt sich enger und enger. Bis Atmen nicht mehr m\u00f6glich ist.<br \/>\nEin leises Aufkeuchen. Schnelles Atmen. Der Albtraum sitzt noch in den Knochen. Dann folgt traumloser Schlaf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer dasselbe. Derselbe Tagesablauf. Dasselbe Grau des Alltags. Dieselben Bewegungen. Das t\u00e4uschende L\u00e4cheln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Abende gleichen sich.<br \/>\nDoch etwas ist gleich und trotzdem anders. Es f\u00e4llt nicht direkt auf. Ab und an leuchtet etwas. So schnell wie es gekommen ist, ist es wieder verschwunden.<br \/>\nAbermals kommt sie. Scheint alles zu verschlingen. Und doch sind sie da. Gedanken wie ein Licht im Dunkeln.<br \/>\nEin Recken. Ein Strecken. Doch sie sind nicht zu greifen.<br \/>\nWeg.<br \/>\nVerschwunden in Schw\u00e4rze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abermals wird es Tag. Dann wieder Abend.<br \/>\nAls sie wiederkommt, kommen die Lichter mit ihr. Diesmal sind sie n\u00e4her. So nah. Und doch zu weit entfernt.<br \/>\nHoffnung schwindet. Schatten tanzen im Dunkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nochmal d\u00e4mmert es. Diesmal werden die Lichter erwartet. Doch mit ihnen kommt die Dunkelheit. Sie akzeptiert kein Licht. Will es verschlingen.<br \/>\nDoch diesmal sind die Gedanken nahe genug. Scheinen es zu sein. Lassen sich streifen. Bringen ein wenig Licht. Endlich werden sie gefasst. Bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeden Abend mehr Lichter. Noch ist die Dunkelheit nicht besiegt. Doch mit jedem Licht wird es besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es dauert, doch es wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kurzgeschichte von Ellen Z\u00fcrcher, 8c (2021\/2022). Dieser Beitrag entstand im Zuge des Deutschunterrichts (Fachlehrerin: Frau Schubert). Dunkelheit, in der Schatten tanzen. Erdr\u00fcckende Stille. 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