{"id":418,"date":"2017-02-26T17:53:44","date_gmt":"2017-02-26T16:53:44","guid":{"rendered":"http:\/\/fichtenblatt.de\/?p=418"},"modified":"2018-02-26T16:03:55","modified_gmt":"2018-02-26T15:03:55","slug":"profilkurs-10-geschichte-denkmal-fuer-die-ermordeten-juden-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=418","title":{"rendered":"Profilkurs 10 Geschichte &#8211; Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Beitrag von <strong>Bela Pfeffer<\/strong>, <strong>Relja Muche<\/strong> und <strong>Matthias Knechtges<\/strong> im Rahmen des Profilkurses Geschichte 10 (Schuljahr 2016\/17)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahlpflichtkurse laden gerade dazu ein von den normalen Unterrichtsformen abzuweichen. Im Wahlpflichtfach Geschichte hie\u00df das dieses Jahr Projektarbeit. Nat\u00fcrlich hatten unsere Wochen des eigenst\u00e4ndigen Arbeitens ein \u00dcberthema. Geschichtskultur. Bis wir mit diesem Wort etwas anfangen konnten, brauchte es nat\u00fcrlich einige Zeit der in der Schule meist praktizierten Wissensvermittlung. <a href=\"http:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/47.-Geschichtskultur-Holocaust-Mahnmal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-421\" src=\"http:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/47.-Geschichtskultur-Holocaust-Mahnmal-300x169.jpg\" alt=\"Leitfragen des Projektes (Profilkurs 10 Geschichte, Schuljahr 2016\/17)\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/47.-Geschichtskultur-Holocaust-Mahnmal-300x169.jpg 300w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/47.-Geschichtskultur-Holocaust-Mahnmal-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/47.-Geschichtskultur-Holocaust-Mahnmal-816x459.jpg 816w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Als unsere Lehrerin und der ebenfalls anwesende Referendar uns jedoch das Thema der Geschichtskultur verst\u00e4ndlich gemacht hatten, wurden wir losgeschickt ein eigenes Ergebnis passend zum Thema zu produzieren. Zum Thema? Geschichtskultur bezeichnet kurz gesagt einen Bereich der Kultur, in dem die Menschen mit Geschichte umgehen, etwas aus ihr lernen oder sich an fr\u00fcher geschehenen Beispielen orientieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gutes Beispiel f\u00fcr Geschichtskultur ist ein Denkmal. Es stellt ein dem*den Architekten*innen und Auftraggebern*innen wichtig scheinendes Ereignis dar, um den Betrachtenden eine M\u00f6glichkeit zu geben, sich mit dem Thema auseinander zu setzten. Sie k\u00f6nnen es sich vorstellen, etwas daraus lernen oder sich \u00fcber fr\u00fcher Geschehenes informieren. Nat\u00fcrlich vermischen sich die &#8211;\u00a0 in der Geschichtskultur als drei Dimensionen (\u00e4sthetisch, politisch und kognitiv) &#8211; beschriebenenen Wirkungen und Effekte des jeweiligen Ortes oftmals. Diese Effekte und Wirkungen werden manchmal jedoch nicht beabsichtigt und treten ein oder mancherorts passiert das Gegenteil. Daraus l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich wunderbar eine Projektarbeit entwickeln, in der sich die Gruppen Orte aussuchen und diese untersuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Untersuchungsfrage h\u00e4ngt selbstverst\u00e4ndlich mit dem gew\u00e4hlten Ort zusammen. In unserer Dreiergruppe entschieden wir uns nach langem Hin und Her, uns mit dem \u201eDenkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas\u201c zu besch\u00e4ftigen, um am Ende bewerten zu k\u00f6nnen, ob die Form des Denkmals angemessen ist. Das Adjektiv zu finden, nachdem unsere Frage ausgerichtet sein sollte, war aus meiner Sicht der schwierigste Teil des gesamten Projekts. Schlie\u00dflich h\u00e4tten wir genauso gut fragen k\u00f6nnen, ob es \u00fcberhaupt angemessen ist, ein Denkmal in Bezug auf den NS im Herzen der Hauptstadt stehen zu haben. Aber wir wollten uns mit der Angemessenheit besch\u00e4ftigen und die Menge an Argumenten f\u00fcr und wider des Aussehens und der Widmung des Denkmals haben den Ausschlag gegeben, unsere Frage so auszurichten. Unsere vorausgegangen Recherchen zum Thema und die Sichtung der Er\u00f6ffnungsreden und Zeitungsartikel gaben uns viele Argumente an die Hand, doch nicht alle waren hilfreich. Viele Bef\u00fcrworter des Denkmals argumentierten damit, dass es ein Denkmal brauche, nicht aber wie es ausschauen und wie es seine angestrebte Wirkung auf die Besucher entfalten sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlussendlich konnten wir unsere Frage beantworten und feststellen, dass es auf der einen Seite gut ist, den Ermordeten durch die Andeutung von Grabsteinen einen w\u00fcrdigen Ort zu geben, an dem man sich ihrer erinnern kann. Jedoch fehlt uns die Thematisierung von T\u00e4terschaft, wodurch der Lerneffekt f\u00fcr uns heute gemindert ist, obwohl dieser aber wichtig f\u00fcr die heutige Gesellschaft ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem beinhaltet das Denkmal, das eine vielschichtige Weiterentwicklung des Wissens und der Auffassung \u00fcber den NS erm\u00f6glicht,\u00a0alle Dimensionen der Geschichtskultur. Das bedeutet, es gibt die M\u00f6glichkeit den*die Besucher*in zu ber\u00fchren und zu ermahnen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, doch h\u00e4tte diese M\u00f6glichkeit durch eine deutlichere Mahnung \u00fcber die Thematisierung der T\u00e4terschaft verst\u00e4rkt werden k\u00f6nnen. Zudem ist die Hierarchisierung der Opfergruppen, die durch die Gr\u00f6\u00dfe des Denkmals im Vergleich zu dem der Sinti und Roma (u.a.) erzeugt wird, in unseren Augen negativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt haben wir die Angemessenheit des Denkmals als ambivalent eingestuft und dies an einer Korkwand durch eine Vorstellung des Denkmals, eine Pr\u00e4sentation der Kontroverse und einem Fazit zu einem ausstellbarem Produkt gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Bela Pfeffer, Relja Muche und Matthias Knechtges im Rahmen des Profilkurses Geschichte 10 (Schuljahr 2016\/17) Wahlpflichtkurse laden gerade dazu ein von den normalen Unterrichtsformen abzuweichen. Im Wahlpflichtfach Geschichte hie\u00df das dieses Jahr Projektarbeit. Nat\u00fcrlich hatten unsere Wochen des eigenst\u00e4ndigen Arbeitens ein \u00dcberthema. Geschichtskultur. 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