{"id":528,"date":"2017-07-13T15:59:17","date_gmt":"2017-07-13T13:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/fichtenblatt.de\/?p=528"},"modified":"2018-02-26T16:03:42","modified_gmt":"2018-02-26T15:03:42","slug":"1-preis-a-killers-sight-of-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=528","title":{"rendered":"1. Preis &#8211; A killer&#8217;s sight of life"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Regen prasselte gleichm\u00e4\u00dfig an das Fenster. Er sah von oben auf die Menschen herab, welche sich auf der Stra\u00dfe mit ihren Regenschirmen durch den Wind k\u00e4mpften. Menschen, die nichts von einer anderen Welt ahnten. Welche Gesetze in einer Welt galten, die sie sich nicht in ihren k\u00fchnsten Tr\u00e4umen vorstellen konnten. Drogen, Gewalt, Tod. F\u00fcr die beiden letzteren war er zust\u00e4ndig. Seit nun mehr als zwanzig Jahren schon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er strich mit seinen t\u00e4towierten Fingern \u00fcber seinen schwarzen Zopf. Ein paar widerspenstige Str\u00e4hnen klebten dem geb\u00fcrtigen Russen im Gesicht. Theoretisch h\u00e4tte er auch mit dem Auto fahren k\u00f6nnen, aber das war ja noch in der Werkstatt. Einer seiner Auftr\u00e4ge ging auf Verteidigungskurs und besch\u00e4digte es dabei. Bis jetzt hatte er noch keine Zeit gehabt, seinen SUV wieder abzuholen. Zu viele Auftr\u00e4ge waren in der letzten Zeit reingekommen. Vielleicht sollte er sich wirklich mal ein zweites Auto zulegen, wie Adam gesagt hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rasputin sah l\u00e4chelnd an sich herab. Viel hatte es ihm ja nicht gebracht, dem Dreckskerl, der unbedingt auf sein hei\u00dfgeliebtes Auto schie\u00dfen musste. Nur zwei Wochen sp\u00e4ter wurde er von Rasputin in den Himmel bef\u00f6rdert. Dieser Tag war heute. Nur leider spritzte dabei mehr Blut als erwartet, weshalb er seine Jacke bis zum Kinn schlie\u00dfen musste, um sein rotgetr\u00e4nktes Shirt zu verstecken. Allerdings k\u00f6nnte er auch mit seinen Waffen vor der Nase der Businsassen rumwedeln, es w\u00fcrde keiner merken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das war gut so. Es erm\u00f6glichte ihm, seine Arbeit zu machen. Seine Kunden wollten eine schnelle und pr\u00e4zise Ausf\u00fchrung ihrer Auftr\u00e4ge. Dabei setzten die meisten auf seine Erfahrung, obwohl Rasputin zugegebenerma\u00dfen im Vergleich zu anderen aus seiner Branche nicht gerade billig war. &#8222;Wer Qualit\u00e4t will, muss zahlen.&#8220; Das war sein Motto. Zahlen in jeder Hinsicht. Die meisten Kunden wussten mittlerweile, dass, wenn ein Auftrag nicht seinen Regeln entsprach, sie ihn gar nicht erst zu bestellen brauchten. Er w\u00fcrde ihn nicht ausf\u00fchren, die Vorkasse behielt er trotzdem. Das konnte er sich schon nach f\u00fcnf Jahren im Gesch\u00e4ft leisten. Nach weiteren f\u00fcnfzehn, in denen er sich auch bei der Mafia einen Namen gemacht hatte, sowieso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein Diensthandy klingelte. Einer seiner l\u00e4ngsten Kunden wollte ihn mal wieder nach Cuba einfliegen lassen. Rasputin seufzte. &#8222;Ich habe einen Auftrag f\u00fcr dich. Wichtig! Ich zahle das Doppelte. Sei in einer Dreiviertelstunde am \u00fcblichen Flughafen.&#8220;, stand in der SMS. Rasputin tippte schnell: &#8222;Das Dreifache, daf\u00fcr dass ich meinen Wochenplan f\u00fcr dich umstelle. Bin fr\u00fchestens morgen bei dir, muss mich noch ausr\u00fcsten. Privat-Jet?&#8220; Und w\u00e4hrend er auf eine Antwort wartete, blickte er summend aus dem Fenster, sich fragend, wen er wohl dieses mal jagen sollte. H\u00e4tte er doch nur vorher gewusst, was oder viel mehr wen er sich mit diesem Auftrag einhandelte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Regen prasselte gleichm\u00e4\u00dfig an das Fenster. Er sah von oben auf die Menschen herab, welche sich auf der Stra\u00dfe mit ihren Regenschirmen durch den Wind k\u00e4mpften. Menschen, die nichts von einer anderen Welt ahnten. Welche Gesetze in einer Welt galten, die sie sich nicht in ihren k\u00fchnsten Tr\u00e4umen vorstellen konnten. Drogen, Gewalt, Tod. 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