{"id":628,"date":"2018-01-08T21:42:09","date_gmt":"2018-01-08T20:42:09","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=628"},"modified":"2018-02-26T16:03:41","modified_gmt":"2018-02-26T15:03:41","slug":"was-ist-der-mensch-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=628","title":{"rendered":"Was ist der Mensch? (II)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Beitrag von <strong>Milena Venn<\/strong> (10c).<br \/>\nDer Text entstand als Antwort auf eine der vier Grundfragen Immanuel Kants im Rahmen des Ethikunterrichts der 10. Klassenstufe.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon im Mittelalter und lange davor fragten sich die Menschen, was genau sie eigentlich sind. Obwohl wir heute ganz andere Beweggr\u00fcnde sowie andere wissenschaftliche und philosophische Grundlagen haben, suchen wir immer noch nach einer Antwort. Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Anschauungen, zu denen die Bilder des Menschen als Zerst\u00f6rer (Steve Cutts), als M\u00e4ngelwesen (Arnold Gehlen) und als Krone der Sch\u00f6pfung (Otfried H\u00f6ffe) geh\u00f6ren.<br \/>\n<div style=\"text-algn:left\"><span style=\"display:inline-block;text-align:center;\"><iframe allow=\"autoplay\" class=\"youtube_embed_iframe\"    allowFullScreen=\"true\" style=\"width:640px; height:360px\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/WfGMYdalClU?autoplay=0&theme=dark&loop=0&fs=1&showinfo=1&modestbranding=0&iv_load_policy=3&color=red&autohide=1&disablekb=0&enablejsapi=1&version=3\"><\/iframe><\/span><\/div><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meiner Meinung nach l\u00e4sst sich schwer sagen, ob der Mensch sich \u00fcberhaupt durch eine der genannten Theorien definieren lassen kann. Ich glaube, jeder dieser M\u00e4nner k\u00f6nnte mit seiner These bis zu einem bestimmten Punkt richtig liegen, dich jede Vermutung st\u00f6\u00dft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, den Menschen als ein vielf\u00e4ltiges Lebewesen zu betrachten. Dies liegt daran, dass sich die Thesen gegenseitig g\u00e4nzlich ausschlie\u00dfen. Sie schlie\u00dfen sich nicht nur gegenseitig aus, sondern jede auch jede andere denkbare Theorie. Es wird also nicht ber\u00fccksichtigt, dass der Mensch auch ein M\u00e4ngelwesen sein k\u00f6nnte, das durch seine Wissenschaftsf\u00e4higkeit gelernt hat, zu zerst\u00f6ren, und dadurch auch die Macht \u00fcber die Welt bekommen und sich von jeglichem nat\u00fcrlichen Feind befreien konnte. Doch auch von dieser Kombination der Thesen w\u00e4re ich nicht \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, dass der Mensch etwas Ver\u00e4nderbares und etwas Verg\u00e4ngliches ist, was es sehr schwer macht, ihn als das eine oder das andere zu definieren. Er ist immerzu Ver\u00e4nderungen ausgesetzt. Dazu geh\u00f6ren Fortschritte, also von Menschen hervorgerufene Ver\u00e4nderungen, aber auch solche, auf die der Mensch keinen Einfluss hat. Au\u00dferdem ver\u00e4ndern auch wir uns st\u00e4ndig, was dazu f\u00fchrt, dass \u201esich Menschen regelm\u00e4\u00dfig in andere Menschen [verwandeln].\u201c [aus: <a href=\"https:\/\/www.pocketstory.com\/hohe-luft\/erzaehle-dich-neu\">H\u00fcrter, Tobias\/Va\u0161ek, Thomas: Erz\u00e4hle dich neu. In: Hohe Luft. Philosophie-Zeitschrift. 2\/2015.<\/a>]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Mensch ist nicht nur verwandel- und ver\u00e4nderbar, er ist auch verg\u00e4nglich. Das wohl pr\u00e4senteste Beispiel daf\u00fcr ist der Tod. Der klinische Tod l\u00e4sst zuerst eine \u201eH\u00fclle\u201c zur\u00fcck, welche wir nicht mehr als Mensch, sondern als Leiche beschreiben. Dies verdeutlicht, dass der Mensch nicht nur durch seine \u00e4u\u00dferen Merkmale definiert werden kann. Doch hinzu kommen noch viele andere Verg\u00e4nglichkeiten, denn der Mensch ist durch und durch ein verg\u00e4ngliches Wesen. Unsere Zellen erneuern sich, Meinungen und Ansichten werden ausgebaut, umstrukturiert oder verworfen und letztendlich hat ein kleines M\u00e4dchen von einem Foto nicht viel mit der alten Frau zu tun, die es Jahrzehnte sp\u00e4ter betrachtet. Es gibt nichts, was einen Menschen f\u00fcr ein ganzes Leben lang definiert, keinen \u201egespeicherten\u201c Charakterzug, der ein Leben lang erhalten bleibt. Das eigene \u201eIch\u201c ist ausgedacht von Menschen, was den Mensch zum Meister der Illusionen macht. Wir geben uns unseren Illusionen gern hin, um zu \u00fcberbr\u00fccken, dass wir verg\u00e4nglich, ver\u00e4nderbar, vielleicht auch mangelhaft oder zerst\u00f6rerisch sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht beruht auch dieser Text auf einer Illusion. Der Illusion, dass man den Menschen definieren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Milena Venn (10c). Der Text entstand als Antwort auf eine der vier Grundfragen Immanuel Kants im Rahmen des Ethikunterrichts der 10. Klassenstufe. Schon im Mittelalter und lange davor fragten sich die Menschen, was genau sie eigentlich sind. 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