{"id":667,"date":"2018-01-13T17:09:01","date_gmt":"2018-01-13T16:09:01","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=667"},"modified":"2019-09-27T12:04:12","modified_gmt":"2019-09-27T10:04:12","slug":"667","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=667","title":{"rendered":"Rotk\u00e4ppchen &#8211; modern, poetisch, ohne Kappe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-647 alignright\" src=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine-211x300.jpg 211w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine-768x1093.jpg 768w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine-720x1024.jpg 720w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine-816x1161.jpg 816w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Deckblatt-Madeleine.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>Die Sammlung der Rotk\u00e4ppchen-Varianten entstand im Deutsch Grundkurs des ersten Qualifikationssemesters (Q1) unter Leitung von Fr. Regenbrecht. Im dritten Teil der Ver\u00f6ffentlichung werden eine moderne sowie eine poetische Variante\u00a0 vorgestellt. Hier geht es zum <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=646\">ersten<\/a>, <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=659\">zweiten<\/a> ,<a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=674\">vierten<\/a>\u00a0 und <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=685\">f\u00fcnften<\/a> Teil der Sammlung.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Rotk\u00e4ppchen &#8211; moderne Version<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Redcap &#8211; so wurde sie von ihren Freunden genannt, das M\u00e4dchen mit der roten Baskenm\u00fctze, welche sie von ihrer Oma geschenkt bekommen hatte.<br \/>\nIhre Oma war n\u00e4mlich fr\u00fcher eine ber\u00fchmte Modedesignerin und hatte diese M\u00fctze eigenh\u00e4ndig f\u00fcr ihre Enkelin angefertigt. Um ihre Oma auf den neuesten Stand der Modewelt zu bringen, brachte Redcap ihr regelm\u00e4\u00dfig Zeitschriften vorbei. Es war wieder der zweite Dienstag des Monats, also machte sich Redcap nach der Schule auf den Weg zu dem Haus ihrer Gro\u00dfmutter. Nat\u00fcrlich nicht, ohne vorher noch einmal bei ihr anzurufen, denn ihre Oma verga\u00df h\u00e4ufiger mal, an welchem Tag ihre Enkelin sie besuchen kam. Mit den Zeitschriften unter dem Arm geklemmt, machte sich Redcap also auf den Weg zur S-Bahn. Etwas l\u00e4nger als eine halbe Stunde brauchte sie immer zum Haus ihrer Oma, welches nach sieben S-Bahn-Station noch zwischen 10-15 Minuten zu Fu\u00df durch den Wald entfernt lag &#8211; je nachdem, in welchem Tempo Redcap durch den Wald stapfte. In der N\u00e4he des S-Bahnhofs Grunewald begegnete Redcap dem Polizeimeister Hunter, einem Freund ihrer wohlhabenden Gro\u00dfmutter, welcher Sie darauf hinwies, sich vor dem gewaltt\u00e4tigen Einbrecher in Acht zu nehmen, der seit kurzem sein Unwesen in der Gegend trieb. Mit einem leicht mulmigen Gef\u00fchl und den Modezeitschriften unter dem Arm lief Redcap den vertrauten Waldweg entlang &#8211; jedoch etwas schneller als sonst. So kam es, dass sie die dicke Wurzel eines Baumes \u00fcbersah und dar\u00fcber stolperte. Als sie sich gerade b\u00fccken wollte, um die Magazine aufzuheben, die ihr beim Stolpern unter dem Arm weggerutscht und in das Gras neben dem Waldweg gefallen waren, griffen bereits zwei H\u00e4nde nach den Ausgaben der \u201eInStyle\u201c und \u201eVogue\u201c und reichten sie Redcap entgegen. Verwundert dar\u00fcber, wie der Mann so pl\u00f6tzlich und ger\u00e4uschlos aufgetaucht war, nahm sie die Zeitschriften an sich und brachte noch ein verunsichertes \u201eDanke\u201c hervor.<br \/>\n\u201eDa frage ich mich doch, wieso so ein junges M\u00e4dchen mit Frauenzeitschriften in der Hand alleine im Wald unterwegs ist?!\u201c, sagte der junge Mann mit einem schiefen Grinsen im Gesicht. Andere h\u00e4tten dieses Grinsen als aufdringlich und seltsam empfunden, doch Redcap fand, dass der Mann sympathisch wirkte. Dies war auch der Grund, warum sie dem Fremden erkl\u00e4rte, dass sie die Zeitschriften ihrer Oma immer mitbrachte, die ja die ehemalig ber\u00fchmte Designerin war und keine f\u00fcnf Minuten mehr entfernt, geradeaus und dann rechts, in dem schicken Haus wohnte. Der Mann schien sehr interessiert zu sein und fragte Redcap nach ihrem Namen. Als diese ihm ihren Spitznamen nannte, antwortete er: \u201eIch bin Wolfgang aber werde auch bei meinem Spitznamen genannt &#8211; Wolf\u201c.<br \/>\nDaraufhin deutete er auf die vielen Blumen, die am Wegrand bis in den Wald hinein bl\u00fchten. \u201eFr\u00fcher als Kind, als es noch kein Internet gab, bin ich immer raus gegangen und habe Blumen f\u00fcr meine Gro\u00dfmutter gepfl\u00fcckt. Deine Oma w\u00fcrde sich bestimmt \u00fcber einen selbstgemachten Blumenstrau\u00df freuen!\u201c Redcap dachte kurz nach und stellte sich vor, wie ihre Gro\u00dfmutter wohl reagieren w\u00fcrde, wenn sie sie mit den Blumen \u00fcberraschen w\u00fcrde. Ihr gefiel die Vorstellung und so verabschiedete sie sich freundlich von Wolfgang, oder Wolf, wie er genannt werden wollte und machte sich daran, schnell ein paar sch\u00f6ne Blumen f\u00fcr ihre Oma zu sammeln. Weil sie immer andere, noch sch\u00f6nere Blumen entdeckte, ging Redcap immer tiefer in den Wald. So kam es, dass sie erst 45 Minuten sp\u00e4ter am Haus ihrer Oma ankam. Voller Lebensfreude betrat Redcap das Haus und bemerkte die Tatsache gar nicht, dass die Haust\u00fcr bereits ge\u00f6ffnet war. Ger\u00e4uschvoll lie\u00df sie diese ins Schloss fallen und schmiss die Zeitschriften auf den Tisch im Esszimmer. Als sie die Vase aus der K\u00fcche mit den frisch gepfl\u00fcckten Blumen auf den Tisch stellte, viel ihr etwas auf.<br \/>\n\u201eOma, seit wann hast du denn einen Laptop?\u201c Als keine Antwort zur\u00fcck kam, beschloss Redcap, sich im Haus etwas umzusehen und ihre Oma zu wecken, die bestimmt wieder beim Lesen eingeschlafen war. \u201eWieso ist so viel Erde auf der Treppe?\u201c, rief Redcap verwundert, da sie wusste, dass ihre Oma nie mit den Gartenschuhen ins Haus ging. \u201eUnd wieso ist es hier so unordentlich?\u201c, rief sie erneut, als ihr das, f\u00fcr ihre Gro\u00dfmutter sehr ungew\u00f6hnliche, Durcheinander auf dem Fu\u00dfboden auffiel. Durch das pl\u00f6tzliche Ger\u00e4usch hinter ihrem R\u00fccken bekam Redcap einen riesigen Schreck und drehte sich abrupt um. Doch bevor sie realisierte, wer da vor ihr stand, sp\u00fcrte sie nur einen dumpfen Schlag am Kopf und ihr wurde schwarz vor Augen. \u201eWolf\u201c war das erste, was Redcap leise murmelte, als sie wieder zu Bewusstsein kam.<br \/>\n\u201eNein, nein, kein Wolf. Nur ein Einbrecher, aber den haben wir jetzt!\u201c, waren die beruhigenden Worte des Polizeimeister Hunter, der gerade dabei war, den Mann aus dem Wald in Handschellen abzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Das liebreizende Rotk\u00e4ppchen<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war einmal, an einem gem\u00fctlich lauem Tag, ein wundersch\u00f6nes M\u00e4dchen mit strahlend &#8211; gl\u00e4nzendem, braunen Haar, das ihre entz\u00fcckende Gro\u00dfmutter \u00fcber Alles liebte.<br \/>\nVon ihr bekam sie eines lieblichen Tages einen mutigen, rosenroten Samt-Umhang, der ihr von da an den Namen \u201eRotk\u00e4ppchen\u201c verlieh.<br \/>\nDoch es verging nicht viel Zeit, bis Rotk\u00e4ppchens geliebte Gro\u00dfmutter krank wurde und sie von ihrer Mutter die Idee eingepflanzt bekam, diese zu besuchen.<br \/>\nSo machte sich das bedr\u00fcckte kleine Rotk\u00e4ppchen auf den langen Weg durch den d\u00fcsteren Wald, um ihrer lieben Gro\u00dfmutter einen schweren Korb, gef\u00fcllt mit wohltuenden Geschenken, zu bringen.<br \/>\nBevor sie losstapfen konnte, riet ihr ihre besorgte Mutter noch, nicht vom weisen Weg abzukommen und auf dem Pfad der Gesundheit zu bleiben.<br \/>\nDoch wie das Schicksal es wollte, fiel Rotk\u00e4ppchen beim Bewundern der w\u00e4rmenden Sonne, die durch die gl\u00e4sernen Bl\u00e4tter der B\u00e4ume drang, ein Fluss aus bunten Blumen am Wegesrand auf, den sie urspr\u00fcnglich nicht betreten sollte. So begab es sich, dass Rotk\u00e4ppchen mit gutem Gewissen, ihrer f\u00fcrsorglichen Gro\u00dfmutter eine Freude zu machen, den d\u00fcsteren Umweg zum Haus dieser beschritt, in der Hoffnung, ihr mit dem gepfl\u00fcckten Strau\u00df Blumen ein L\u00e4cheln aufs Gesicht malen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDoch w\u00e4hrend sie jeden Stiel den Kopf nahm und den Lebensfunken jeder Blume entriss, traf ein Wolf auf sie, der sie \u00fcber das Haus und die sich darin befindende Gro\u00dfmutter ausfragte.<br \/>\nEhrlich wie sie war, beantwortete Rotk\u00e4ppchen jede einzelne Frage und erm\u00f6glichte dem Wolf somit das Eindringen in das kleine Haus ihrer nichtsahnenden Gro\u00dfmutter.<br \/>\nWenige schwere Schritte und aufmerksame Blicke fehlten ihr noch bis zum Haus, als der hinterh\u00e4ltige Wolf sein weites Maul \u00f6ffnete und Gro\u00dfmutter in seinen Bann zog.<br \/>\nNachdem Rotk\u00e4ppchen letztendlich das Schild der T\u00fcr durchbrach und den Wolf im triefenden Gewand der Gro\u00dfmutter vorfand, konnte ihr unschuldiges Gewissen sich die schreckliche Tat nicht ausmalen, wodurch Rotk\u00e4ppchen nach unz\u00e4hligen Erkundungen \u00fcber des Wolfes Erscheinung in dessen blutdurstiges Grab eingeladen wurde.<br \/>\nNach einiger Zeit kreuzte eines junges J\u00e4gers Interesse das kr\u00e4chzende Schnarchen des Wolfes, woraufhin er die kl\u00e4glichen Schreie der genommenen Seelen vernahm.<br \/>\nSeinen Weg durch das triefende Gewebe der Bauchh\u00f6hle erk\u00e4mpfte er sich mithilfe seines vor langer Zeit erworbenem Jagdmessers.<br \/>\nBlutregen fand sein w\u00fctendes Gesicht, als er endlich die Gefangenen befreite.<br \/>\nDer Zeiger der Uhr legte keinen weiten Weg zur\u00fcck, bis sich das Monster mitsamt Steinen in seiner Speisekammer im Labyrinth des Brunnens verlor.<\/p>\n<p lang=\"de-AT\" style=\"text-align: justify;\" align=\"CENTER\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Nach SPD Wahlschlappe \u2013 Rotk\u00e4ppchen legt ihre Kappe ab<\/span><br \/>\n<\/strong><strong>(Autor: Julius Neumeister)<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-AT\" style=\"text-align: justify;\" align=\"LEFT\">Experten hielten es f\u00fcr unm\u00f6glich, ein Arzt behauptete sogar die Kappe sei mittlerweile Teil ihres Kopfes, doch es geschah: Rotk\u00e4ppchen setze ihre Kappe ab.<\/p>\n<p lang=\"de-AT\" style=\"text-align: justify;\" align=\"LEFT\">Ihr Spitzname lautet \u201eRotk\u00e4ppchen\u201c. Diesen Namen tr\u00e4gt sie, da sie seit ihrer Geburt gl\u00fchende SPD-Anh\u00e4ngerin ist und eine entsprechend rote Kappe tr\u00e4gt. Diese bekam Rotk\u00e4ppchen im jungen Alter von ihrer Gro\u00dfmutter geschenkt, mit der sie zugleich ein Abenteuer erlebte. Als damals ihre Gro\u00dfmutter, zur Bundestagswahl 2013 mit Peer Steinbr\u00fcck als Kanzlerkandidat der SPD, erkrankte, war Rotk\u00e4ppchen zwiegespalten, einerseits konnte sie ihre bettl\u00e4gerige Gro\u00dfmutter nicht allein lassen, andererseits musste ihre W\u00e4hlerstimme an die SPD gehen. Nach langem \u00dcberlegen entschied sie sich daf\u00fcr, bei ihrer Gro\u00dfmutter zu bleiben. Diese riet ihr trotz der Krankheit, das Haus f\u00fcr die Wahl zu verlassen. Als Rotk\u00e4ppchen dabei war, das Wahllokal aufzusuchen, nutze Angela Merkel von der CDU die Gelegenheit, um SPD-Stammw\u00e4hler*innen aus dem Weg zu schaffen und verspeiste die kranke Gro\u00dfmutter. Da Angela Merkel das Haus nicht rechtzeitig verlassen konnte, gab sie sich in der Schnelle als die eben verputze Gro\u00dfmutter aus. Als Rotk\u00e4ppchen zur\u00fcckkam und sich wunderte, weshalb ihre Gro\u00dfmutter im Bett eine Raute forme, wurde auch sie verzehrt. Doch Rotk\u00e4ppchen und ihre Gro\u00dfmutter hatten Gl\u00fcck, denn Putin jagte zuf\u00e4llig in dem Wald Terroristen. Er wurde durch das laute Schnarchen der Gro\u00dfmutter argw\u00f6hnisch, weswegen er in das Haus einbrach und Angela Merkel mit vollgeschlagenem Bauch vorfand. Er schnitt Merkel auf, befreite Rotk\u00e4ppchen und die Gro\u00dfmutter, legte stattdessen russische Hacker in ihren Bauch und n\u00e4hte diesen wieder zu. Jedoch hielt dies Merkel nicht davon ab, die Wahl zu gewinnen.<\/p>\n<p lang=\"de-AT\" style=\"text-align: justify;\" align=\"LEFT\">Mittlerweile haben wir 2017 und die neue Bundestagswahl stand vor wenigen Tagen an. Die SPD erzielte unter Martin Schulz lediglich 20,5% und hatte damit das historisch schlechteste Ergebnis. Rotk\u00e4ppchen, die mittlerweile 27 Jahre alt ist, legte aus Trauer und Entt\u00e4uschung ihre rote Kappe nach 25 Jahren ab. Ob sie in Zukunft weiterhin SPD w\u00e4hlen wird, wei\u00df sie noch nicht, sie h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich den Gr\u00fcnen beizutreten und sich eine gr\u00fcne Kappe \u00fcberzuziehen. Vielleicht hei\u00dft es in Zukunft ja \u201eGr\u00fcnk\u00e4ppchen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sammlung der Rotk\u00e4ppchen-Varianten entstand im Deutsch Grundkurs des ersten Qualifikationssemesters (Q1) unter Leitung von Fr. Regenbrecht. Im dritten Teil der Ver\u00f6ffentlichung werden eine moderne sowie eine poetische Variante\u00a0 vorgestellt. Hier geht es zum ersten, zweiten ,vierten\u00a0 und f\u00fcnften Teil der Sammlung. 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