{"id":848,"date":"2018-02-27T21:41:59","date_gmt":"2018-02-27T20:41:59","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=848"},"modified":"2018-02-27T21:41:59","modified_gmt":"2018-02-27T20:41:59","slug":"anaesthesie-arbeit-gegen-die-schmerzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=848","title":{"rendered":"An\u00e4sthesie \u2013 Arbeit gegen die Schmerzen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Eine Reportage von\u00a0 <strong>Lilli Hecker<\/strong> (8b). Der Artikel entstand im Rahmen des Zeitungsprojektes der 8. Klassen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist meine 12. Narkose heute\u201c sagt Dr. S. und geht in den OP. Er tr\u00e4gt eine blaue Hose und einen blauen Kittel, die Standardkleidung f\u00fcr einen An\u00e4sthesisten. \u201eJetzt machen wir eine Zahn-OP mit Vollnarkose, dem Patienten werden ein Teil seiner Z\u00e4hne gezogen und durch Implantate ersetzt\u201c, berichtet S., begr\u00fc\u00dft den Patienten, der auf dem Behandlungsstuhl liegt und setzt sich den Mundschutz auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit im Raum sind Tobias, der An\u00e4sthesiepfleger, ein Operateur und drei zahnmedizinische Fachangestellte. Im OP muss immer mindestens ein An\u00e4sthesist sein und alle m\u00fcssen gut zusammenarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. S. legt dem Patient eine Kan\u00fcle und schlie\u00dft die Infusion an. Durch die Infusion gelangt das Narkosemittel, ein starkes Schlafmittel und ein starkes Schmerzmittel, welche das Atemzentrum l\u00e4hmen, in den K\u00f6rper. \u201eDas ist schon Routine f\u00fcr mich.\u201c Zehn Sekunden sp\u00e4ter schl\u00e4ft der Patient tief und fest und Tobias spritzt das Muskelrelaxans, um die Muskeln zu entspannen. \u201eJetzt muss ich ihn beatmen, denn er kann nicht mehr selbstst\u00e4ndig atmen\u201c, sagt S., f\u00fchrt den Beatmungsschlauch durch die Nase bis in die Luftr\u00f6hre und schaltet das Beatmungsger\u00e4t an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Frage, ob es nicht eklig sei, in den M\u00fcndern fremder Menschen zu arbeiten, antwortet Dr. S.: \u201eAm Anfang ist das schon komisch, aber man gew\u00f6hnt sich an fast alles. Es kommt dennoch immer wieder vor, dass Patienten kommen, die seit 20 Jahren keinen Zahnarzt gesehen haben. Das kann dann wahnsinnig ekelhaft sein.\u201c Pl\u00f6tzlich ert\u00f6nt ein Alarm, doch Dr. S. bemerkt sofort, dass ein Klipp vom Finger abgefallen ist. Der Fingerklipp misst den Sauerstoffgehalt im K\u00f6rper und ist unverzichtbar. \u201eDie Anzeige des Klipps ist die wichtigste \u00dcberwachung innerhalb einer Narkose. Kein Patient darf einen Sauerstoffmangel erleiden, sonst kann ein Gehirnschaden entstehen und der Patient kann sterben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Freude am Beruf?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch mache meinen Job sehr gerne, nur st\u00f6rt es mich, dass ich abh\u00e4ngig von einem Operateur bin, aber als An\u00e4sthesist bekommt man \u00f6fters eine positive R\u00fcckmeldung, was einen sehr freut.\u201c Vor allem im Krankenhaus gibt es h\u00e4ufig todkranke Menschen, denen Dr. S. die Angst vor der Narkose nehmen und ihnen helfen kann, gut durch die OP zu kommen. Er habe selbst 20 Jahre lang im Krankenhaus gearbeitet, denn es sei definitiv spannender, als in einer Praxis, weil dort richtig kranke Menschen seien. Im Krankenhaus hat er pro Jahr ca. zwei Monate Bereitschaftsdienst und sei auch oft nachts da. Manchmal arbeiten \u00c4rzte*innen 24 Stunden am St\u00fcck und sie haben wenig Pausen. Au\u00dferdem ist ein*e in der Klinik arbeitende*r Arzt*\u00c4rztin jedes zweite Wochenende dort und wei\u00df nicht, wann er nach Hause kommt. \u201eSo hat man wenig Zeit f\u00fcr die Familie, Freunde und Hobbys\u201c, berichtet Dr. S.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcberwachung des*der Patienten*in<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch kenne jedes Ger\u00e4usch, das die \u00dcberwachungsger\u00e4te machen. Weck mich um drei Uhr nachts und ich wei\u00df, was bei dem Alarm nicht in Ordnung ist\u201c, sagt Dr. S., als ein Alarm ert\u00f6nt und f\u00fcllt neues Narkosemittel in die Pumpe, die dem Patient kontinuierlich neues Narkosemittel verabreicht. Das Narkosemittel reicht in der Regel ungef\u00e4hr eine Stunde, bis es nachgef\u00fcllt werden muss. Anschlie\u00dfend wechselt er noch die Infusionsflasche, denn diese ist auch fast leer. \u201eAuch der Blutdruckwert wird regelm\u00e4\u00dfig gemessen\u201c berichtet S. als ein neuer Alarm ert\u00f6nt, \u201eman kann einstellen, wie oft er gemessen wird, in diesem Fall alle f\u00fcnf Minuten.\u201c Den Blutdruckwert tr\u00e4gt S. in das An\u00e4sthesie Protokoll ein. Im An\u00e4sthesie-Protokoll werden alle Werte, sowie Zeiten der Narkose festgehalten, Zahn-OPs dauern von 20 Minuten bis zu ganzen sechs Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende der Narkose schaltet S. die Pumpe mit dem Narkosemittel aus. Sobald die Reflexe des Patienten wieder funktionieren, entfernt er den Beatmungschlauch aus der Nase. Ungef\u00e4hr acht Minuten nachdem die Pumpe ausgeschaltet wurde, wacht der Patient auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Arbeit als An\u00e4sthesist ist sehr interessant, da man mit immer neuen Situationen konfrontiert wird, die bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen. So wird der Job selten langweilig und man hat auch nach vielen Jahren immer noch Freude. Der Job ist abwechslungsreich, weil man sehr viel mit Menschen zu tun hat, die alle unterschiedlich sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Reportage von\u00a0 Lilli Hecker (8b). Der Artikel entstand im Rahmen des Zeitungsprojektes der 8. Klassen. \u201eDas ist meine 12. Narkose heute\u201c sagt Dr. S. und geht in den OP. 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