{"id":90,"date":"2015-08-17T22:58:29","date_gmt":"2015-08-17T20:58:29","guid":{"rendered":"http:\/\/fichtenblatt.de\/?p=90"},"modified":"2019-04-04T15:22:41","modified_gmt":"2019-04-04T13:22:41","slug":"jeder-stirbt-fuer-sich-allein-hans-fallada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=90","title":{"rendered":"&#8222;Jeder stirbt f\u00fcr sich allein&#8220; (Hans Fallada)"},"content":{"rendered":"<p><em>Eine Rezension von <strong>Antonia M\u00fcller <\/strong>(Q1).<\/em><\/p>\n<p>\u201eDie Nazi-Partei war alles, aber das deutsche Volk &#8211; nichts.&#8220; &#8211; Jeder stirbt f\u00fcr sich allein (Hans Fallada)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Roman \u201eJeder stirbt f\u00fcr sich allein\u201c von Hans Fallada, erstmals erschienen 1947, beruht auf dem Leben des Ehepaares Otto und Elise Hampel. Von 1940-42 legten diese Postkarten mit regimefeindlichen Botschaften in Berlin und Potsdam aus.<br \/>\nDer Roman ist in vier Teile geteilt. Im ersten Teil (\u201eDie Quangels\u201c) lernt der Leser die Bewohner der Jakobinerstra\u00dfe 55 und ihre Lebensgeschichten kennen. Die Protagonisten sind Otto und Anna Quangel, deren Sohn im Krieg gefallen ist. Daraufhin entwickelt Otto Quangel die Idee zu den Postkarten mit regimefeindlichen Botschaften in der Hoffnung, eine Emp\u00f6rungswelle auszul\u00f6sen. In der Realit\u00e4t wurde von 200 Karten, die das Ehepaar Hampel geschrieben hat, aber nur eine einzige weitergereicht. Eigentlich waren die beiden dankbar f\u00fcr die Machtergreifung Hitlers, denn Otto Quangel bekam eine Anstellung und beide Eheleute bekleideten \u00c4mter in der Arbeiterfront bzw. Frauenschaft.<br \/>\nIm zweiten Teil (\u201eDie Gestapo\u201c) werden die ersten Funde der Karten beschrieben: Die meisten Finder sind \u00e4ngstlich, eine Emp\u00f6rungswelle, die vom Ehepaar Quangel gew\u00fcnscht ist, entsteht nicht. Man lernt den Gestapo- Ermittler Escherich kennen, welcher beauftragt ist, den Fall zu kl\u00e4ren. Er wird stark unter Druck gesetzt, den Fall schnellstm\u00f6glich zu kl\u00e4ren und greift dabei zu betr\u00fcgerischen Mitteln. Sp\u00e4ter ist er auch der Kommissar, der die Quangels \u00fcberf\u00fchren wird.<br \/>\nDer dritte Teil (\u201eDas Spiel steht gegen die Quangels\u201c) schildert den langsamen Untergang des Ehepaares Quangels; durch ein Missgeschick wird Otto Quangel als Schreiber der Karten identifiziert und der Kampf gegen das Regime findet somit ein Ende.<br \/>\nDer vierte und letzte Teil (\u201eDas Ende\u201c) umschreibt die langen Verh\u00f6re des Ehepaares Quangel. Es folgen etliche Gef\u00e4ngnissaufenthalte und der Prozess vor dem Volksgerichtshof.<br \/>\nDie Sprache des Romans ist relativ simpel, was daran liegt, dass Hans Fallada das Alltagsleben der Mittel- und Unterschicht kannte und sich ihres Jargons absichtlich bediente. Aufgrund dessen, wirkt der Roman umso authentischer.<br \/>\nViele Inhalte des Romans weichen von der wirklichen Lebensgeschichte der Eheleute Hampel ab. Ausl\u00f6ser des Kampfes gegen das Regime im Roman ist der Tod des Sohnes Otto Junior, in der Realit\u00e4t jedoch, starb Elise Hampels Bruder, dessen Tod sie aus der Bahn warf. Der Roman endet mit dem tragischen Tod des Ehepaar Quangels.<br \/>\nErstaunlich an der Handlung ist, dass jede noch so kleine Tat am Ende des Romans zusammenh\u00e4ngt.<br \/>\nDas Buch gibt einem die Hoffnung, dass w\u00e4hrend des NS- Regimes nicht jeder Kleinb\u00fcrger weggeschaut hat, sondern dass es auch Leute gab, die den Mut und den Willen dazu hatten, ihre Meinung, die in diesem Fall Widerstand gegen das System bedeutete, mit dem Tod zu vertreten.<br \/>\nDer Autor jedoch sprach von sich als einem Mann, der mit dem Strom schwamm, weswegen er den Roman gar nicht erst schreiben wollte. Trotzdem tat er es, denn er kannte das Leben zur Zeit des Krieges in Berlin und die Verh\u00e4ltnisse, die unter den Nazis herrschten. Er selbst lebte lange in der N\u00e4he von Berlin. Kurz nachdem er den Roman beendete, starb er 1947.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Rezension von Antonia M\u00fcller (Q1). \u201eDie Nazi-Partei war alles, aber das deutsche Volk &#8211; nichts.&#8220; &#8211; Jeder stirbt f\u00fcr sich allein (Hans Fallada) Der Roman \u201eJeder stirbt f\u00fcr sich allein\u201c von Hans Fallada, erstmals erschienen 1947, beruht auf dem Leben des Ehepaares Otto und Elise Hampel. 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