{"id":924,"date":"2018-04-07T14:38:00","date_gmt":"2018-04-07T12:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=924"},"modified":"2018-04-07T14:38:21","modified_gmt":"2018-04-07T12:38:21","slug":"interview-mit-sounddesigner-tommi-schneefuss-monster-1983","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=924","title":{"rendered":"Interview mit Sounddesigner Tommi Schneefu\u00df (Monster 1983)"},"content":{"rendered":"<p>Interview gef\u00fchrt von <strong>\u00d6zge Yildiz<\/strong> (Q2). <a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/?p=830\">\u00d6zges Empfehlung zur Serie Monster 1983 lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was w\u00e4re ein H\u00f6rspiel ohne Sounds und Musik? Was macht ein gutes H\u00f6rspiel aus, damit es ein gro\u00dfer Erfolg wird? Wie entstehen eigentlich die Sounds?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/92.-Monster-1983.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-833 alignright\" src=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/92.-Monster-1983.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/92.-Monster-1983.jpg 300w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/92.-Monster-1983-150x150.jpg 150w, https:\/\/fichtenblatt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/92.-Monster-1983-88x88.jpg 88w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In diesem Artikel werden Sie einiges \u00fcber die Entstehung der Sounds der dreiteiligen H\u00f6rspielserie \u201eMonster 1983\u201c &#8211; geschrieben von Ivar Leon Menger, Anette Strohmeyer und Raimon Weber &#8211; erfahren. Das Interview erfolgte mit dem gro\u00dfartigen Sounddesigner Tommi Schneefu\u00df, der ein Mitglied des ber\u00fchmten H\u00f6rspiellabels Lauscherlounge ist, zu dem auch Mischtonmeister Henrik Cordes geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Umsetzungen in den Staffeln \u00fcber die Musik bis hin zu den Sounds sind dem Musikproduzenten Ynie Ray und dem Sounddesigner Tommi Schneefu\u00df super gelungen. Unterschiedliche Schritte der Personen sind klar und deutlich voneinander zu unterscheiden, was in der englischen Version nicht der Fall ist. Denn in der \u00dcbersetzung h\u00f6rt man nur einmal jemanden laufen und dann war\u2018s das. Da k\u00f6nnte man doch denken, dass die Personen nie laufen w\u00fcrden. Um auf die Entstehung der Schritte in Kombination mit der Musik einzugehen, habe ich den Sounddesigner Tommi Schneefu\u00df befragt. Ich w\u00fcnsche Ihnen viel Spa\u00df beim Lesen des Interviews.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6zge Yildiz:<\/strong> Wie sind die Sounds \u2013 vor allem die Schritte der einzelnen Personen \u2013 in Kombination mit der Musik in der Serie \u201eMonster 1983\u201c entstanden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tommi Schneefu\u00df:<\/strong> Im Allgemeinen denke ich, hat da jeder Produzent, Sounddesigner etc. seine eigene Herangehensweise. Am Ende werden sich diese aber wohl nicht gro\u00dfartig voneinander unterscheiden. Bei \u201eMonster 1983\u201c haben mein langj\u00e4hriger Freund und Kollege Ivar Leon Menger und ich erstmal ganz grob ein Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt, bei dem wir am Ende zwei wichtige Punkte festgehalten hatten. Wir wollten die klassischen Sounds der 80er in jedem Fall h\u00f6rbar machen, allerdings auf einem aktuellen Produktionsstandard. Mit mehr sind wir eigentlich gar nicht gro\u00dfartig in die Voice-Recordings rein gegangen. Nat\u00fcrlich sind im Skript grobe Anleitungen zu Szenen vermerkt, diese behandeln wir allerdings eher als Leitfaden. Nach den Recordings der Schauspieler, meistens leider jeder einzeln, werden dann alle Rollen, bei uns mit Pro Tools so zueinander arrangiert, dass sie mit einander spielen\/reden. Nachdem dann das Grundger\u00fcst steht, habe ich begonnen, Atmosph\u00e4ren und Fl\u00e4chen wie Wind, Regen, V\u00f6gel, Meer, Autos etc. anzulegen (diese kommen gro\u00dfteils aus Archiven, oder wurden selbst aufgenommen). Anschlie\u00dfend wurden dann weitere Soundelemente wie T\u00fcren, Sch\u00fcsse, Klingeln, Telefone etc. hinzugef\u00fcgt. In der Regel handelt es sich immer um Kombinationen aus mehreren Ger\u00e4uschen. So entsteht zum Beispiel aus drei bis sechs verschiedenen einzelnen T\u00fcren eine f\u00fcr den H\u00f6rer von \u201eMonster 1983\u201c zu h\u00f6rende T\u00fcr. Auf das somit entstandene noch immer recht grobe H\u00f6rerlebnis hat dann unser Komponist\u00a0Ynie Ray\u00a0mit Ivar Leon Menger begonnen, Musik zu komponieren bzw. teilweise aus rechtsfreien Portalen rauszusuchen. Bis auf ein paar Ausnahmen, kann man hier sagen: alles Musikalische, das nicht in einer Szene vorkommt, wurde eingekauft; alles, das eine Szene untermalt\/unterst\u00fctzt, also auch die Titelmelodie, wurde extra f\u00fcr \u201eMonster 1983\u201c komponiert. Parallel dazu sa\u00df ich mit dem Ger\u00e4uschemacher J\u00f6rg Klinkenberg im Studio und habe f\u00fcr die einzelnen Rollen Schritte und Kleiderbewegung sowie einige Zusatzger\u00e4usche aufgenommen. Im dann eigentlichen finalen Schritt ging das gesamte Material in einer gro\u00dfen Session zu unserem Mischtonmeister Henrik Cordes, der dann alles akustisch mit R\u00e4umen, Panorama, Musik und vielen weiteren Arbeitsschritten zu \u201eeinem\u201c Klangerlebnis zusammengef\u00fchrt hat. Allgemein gilt f\u00fcr alle Schritte, dass\u00a0jeden Tag jemand aus dem Team sagt: \u201eDa muss noch mehr oder weniger passieren.\u201c Zum Schluss wird dann von allen die Produktion abgeh\u00f6rt und schlie\u00dflich freigegeben und in diesem Fall an Audible \u00fcbergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6zge Yildiz:<\/strong> Wie lange haben Sie f\u00fcr die Entwicklung der Sounds gebraucht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tommi Schneefu\u00df:<\/strong> Ganz schwer zu beantworten. Es gibt Szenen, die gehen recht schnell, gerade wenn es sich um sich wiederholende Schaupl\u00e4tze handelt. Wenn dann allerdings wie in Staffel 2 etwas wie die Kriegsszene in Vietnam kommt, dann kann es passieren, nat\u00fcrlich auch aus Spa\u00df an der Arbeit, dass man mit zehn Minuten einen gesamten Tag verbringt. \u00dcber alle drei Staffeln kann ich es wirklich nur sagen, es war sehr lang (mindestens drei Monate), aber ich hatte viel Spa\u00df!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6zge Yildiz:<\/strong> Welche Elemente waren im Sounddesign von Ihnen und welche aus der Collage?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tommi Schneefu\u00df:<\/strong> Naja, das ist, glaube ich, mit Frage 1 (s.o.) mehr oder weniger beantwortet. Es gab keine Collage, da ich immer, damit es nie gleich klingt, sehr viele Spuren mit verschiedenen Audiodateien kombiniere. Der Winterwind in Staffel 3 besteht aus \u00fcber sechs Stereospuren, damit man an dieser Stelle immer die M\u00f6glichkeit hat, den Sound \u00fcber mehrere M\u00f6glichkeiten als nur laut oder leise bzw. \u00fcber Plug-Ins zu beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6zge Yildiz:<\/strong> Wie war Ihr Soundkonzept in der Serie Monster 1983?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tommi Schneefu\u00df:<\/strong> Eigentlich wollte\/n ich\/wir nur ein Gesamtprodukt schaffen, das nach mehr klingt und dem H\u00f6rer positiv auff\u00e4llt und in Erinnerung bleibt. Ich hoffe, dass wir dem Ziel relativ nahe gekommen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6zge Yildiz:<\/strong> Welche Vorgaben hatten Sie f\u00fcr das Sound Design?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tommi Schneefu\u00df:<\/strong> Gar keine. Ich habe das gro\u00dfe Gl\u00fcck, in einem Team zu arbeiten, dass mir blind vertraut und meine T\u00e4tigkeit sehr sch\u00e4tzt. Was \u00fcbrigens, egal f\u00fcr welche Person oder T\u00e4tigkeit, der Fall ist. Wir haben uns eigentlich alle vom ersten Tag an vertraut und uns gegenseitig motiviert und uns mit Ideen bereichert. Als wir vor drei Jahren angefangen haben, waren Ivar, Henrik, J\u00f6rg und ich bereits ein sehr gut eingespieltes Team, als\u00a0Ynie\u00a0dazu kam, waren wir alle mehr als begeistert, und nun wollen wir ihn auch nicht mehr missen.<br \/>\nDie Arbeit und die Energie, die von allen Beteiligten in die Serie gesteckt wird, zahlt sich aus und bringt ein glorreiches Ergebnis zu Tage, was die H\u00f6rer und auch mich v\u00f6llig begeistert und zum Weiterh\u00f6ren bringt. Perfekte Umsetzung der Sounds und eine gut inszenierte Folterszene, die am Ende der zweiten Staffel gebracht wird. Da h\u00e4tte man glatt denken k\u00f6nnen, dass der Sprecher wirklich auf einer Streckbank liegt und gefoltert wurde. Nein, dies war nicht so. Es hat sich nur sehr echt angeh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>[Anmerkung der Redaktion: Aus Gr\u00fcnden der Au\u00adthen\u00adti\u00adzi\u00adt\u00e4t wurde das Interview nicht nachtr\u00e4glich gegendert.]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview gef\u00fchrt von \u00d6zge Yildiz (Q2). \u00d6zges Empfehlung zur Serie Monster 1983 lesen Sie hier. Was w\u00e4re ein H\u00f6rspiel ohne Sounds und Musik? Was macht ein gutes H\u00f6rspiel aus, damit es ein gro\u00dfer Erfolg wird? Wie entstehen eigentlich die Sounds? 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