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Podiumsdiskussion zur Zukunft der Bildung

Ein Artikel von Johannes Backhaus, Simon Hacke und Raphael Niemand.

Am Fichtenberg-Gymnasium fand am 3. September 2026 eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken statt. Ziel war es, unterschiedliche politische Standpunkte zur Bildungs- und Schulpolitik kennenzulernen. Im Mittelpunkt standen Inklusion, Schulqualität, Hochschulen und Schulformen.

Warum wurden diese Parteien eingeladen?

Der SW-LK und der Politik-LK wollten ein breites politisches Spektrum abbilden. Die vier Parteien vertreten unterschiedliche Schwerpunkte und ermöglichten den Schülerinnen und Schülern, verschiedene Meinungen kennenzulernen.

Warum waren diese Themen relevant?

Inklusion ist wichtig, weil Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung möglichst gemeinsam lernen sollen. Dafür braucht es unter anderem Fachpersonal, barrierefreie Schulen und kleinere Lerngruppen.

Schulqualität betrifft den Schulalltag. Lehrkräfte, Unterricht, digitale Ausstattung, Klassenstärken und Schulsozialarbeit beeinflussen die Lernbedingungen. Auch Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall sind wichtige Probleme.

Beim Thema Hochschulen geht es um die Zeit nach der Schule. Studienbedingungen, Zugangsmöglichkeiten und finanzielle Unterstützung sind besonders für Schülerinnen und Schüler relevant, die später studieren möchten. Dabei spielt auch die Frage nach gleichen Bildungschancen eine Rolle.

Schulformen bestimmen die Organisation des Bildungssystems, zum Beispiel durch Gymnasien, Gesamtschulen und Förderschulen. Die Parteien unterscheiden sich darin, ob diese Schulformen erhalten bleiben oder nicht.

Um diese unterschiedlichen Positionen nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern auch direkt mit Politikerinnen und Politikern darüber zu diskutieren, begann anschließend die konkrete Vorbereitung auf die Podiumsdiskussion.

Die Vorbereitung auf die Podiumsdiskussion

In Gruppen haben wir uns zunächst mit den jeweiligen Parteien beschäftigt und deren Wahlprogramme genauer angeschaut. Dabei haben wir uns vor allem damit auseinandergesetzt, welche Positionen die Parteien zu verschiedenen politischen Themen vertreten. Anschließend haben wir gemeinsam Fragen gesammelt, die wir den Politikerinnen und Politikern bei der Podiumsdiskussion stellen könnten. Aus den vielen gesammelten Fragen haben wir dann die wichtigsten und interessantesten herausgesucht, die später tatsächlich in der Diskussion gestellt werden sollten.

Parallel dazu wurden verschiedene Politikerinnen und Politiker angeschrieben und zur Podiumsdiskussion eingeladen. Am Ende konnten wir Franziska Brychcy von den Linken, Tonka Wojahn von den Grünen, Orkan Özdemir von der SPD und Claudia Wein von der CDU für die Diskussion gewinnen.

Durch die Vorbereitung konnten wir uns bereits vor der eigentlichen Veranstaltung intensiv mit den Parteien und ihren unterschiedlichen Positionen beschäftigen und waren dadurch gut auf die Podiumsdiskussion vorbereitet.

Nachdem die Vorbereitung abgeschlossen war und die Fragen feststanden, konnte die eigentliche Diskussion beginnen. Dabei zeigte sich schnell, dass die zuvor erarbeiteten Themen zu teilweise sehr unterschiedlichen Positionen und Streitpunkten führten.

Schwerpunkte und Streitpunkte der Podiumsdiskussion

Inklusion: Sanierungsstau und Förderschulen

Im Themenbereich der Inklusion ging es vor allem um die Frage, ob Förderschulen erhalten bleiben sollen oder ob ein radikaler Systemwechsel notwendig ist. Hier prallten zwei grundlegend verschiedene Ansichten zwischen der CDU und den Linken aufeinander: Während die CDU betonte, dass Inklusion zwar gewollt ist, aber realistisch bleiben muss, und vor allem das fehlende Personal als Hauptproblem sieht – wobei viele Eltern laut CDU eine Exklusion und den Erhalt der Förderschulen für ihre förderbedürftigen Kinder wünschen – ging die Linke die CDU und SPD scharf an. Sie warf ihnen vor, an Förderschulen als Exklusionsorten festzuhalten, und forderte stattdessen einen vollständigen Systemwechsel hin zu echten Umstiegsstrukturen, da Schüler mit Förderbedarf sonst keine Chance auf das Abitur hätten. Ergänzend kritisierte die SPD, dass die Abstimmung zwischen den Schulen und dem Senat verbesserungswürdig sei und der Fachkräftemangel ein großes Problem darstelle, während sich die Grünen stark für Barrierefreiheit, Investitionen in Sanierungen und die Verankerung von Online-Unterricht im Gesetz einsetzten.

Schulformen: Welches Modell ist das beste?

Auch bei der Frage nach den Schulformen wurden die unterschiedlichen Vorstellungen der Parteien deutlich. Die Diskussion um die Schulformen und die beste Schulstruktur offenbarte vor allem Reibungspunkte zwischen SPD und CDU. Die CDU setzte stark auf die Freiheit der Schulwahl mit verschiedenen Schulformen und Freiheitselementen, wobei die Klassen 1 bis 6 wesentliche Grundlagen vermitteln sollen, bevor danach unterschiedliche Schulformen greifen, und fordert zudem ein Eingangsjahr für Kinder mit unvollständigen Deutschkenntnissen. Die SPD inszenierte sich dagegen als „Fan von allem“ und betonte im direkten Kontrast zur CDU, dass man zwar für Wahlfreiheit stehe, aber Gemeinschaftsschulen unbedingt zum Abitur führen sollten und präqualifizierende Sozialräume stärker einbezogen werden müssten. Die Grünen forderten dazu eine stärkere Förderung der Gemeinschaftsschulen und mehr Sprachunterricht, während die Linke die Gemeinschaftsschule zwar für „die Zukunft“ hielt, aber mangelnde Plätze kritisierte und vor einer Änderung des Übergangs von Klasse 6 zu 7 (mit Fokus auf Deutsch, Mathe und Englisch) warnte, da dies Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligen würde.

Hochschulen: Kritik an Berliner Hochschulbaugesellschaften

Ein weiterer Themenbereich waren die Berliner Hochschulen. Beim Thema Hochschulen stand die Kritik an den Berliner Hochschulbaugesellschaften im Vordergrund, bei der vor allem die finanzielle Machbarkeit und die Verwaltung umstritten waren. Während die CDU auf die Bündelung von Planungskapazitäten und das Modell des Vermietens setzte, verwies die SPD auf „40 Jahre Verschleiß“ und stellte die Grundsatzfrage, ob man die dafür nötigen Milliardenbeträge überhaupt stemmen könne, befürwortete das Vermieten zur Reinvestition jedoch ebenfalls. Die Grünen positionierten sich hier ganz klar dagegen und forderten, Grundstücke nicht der Gesellschaft zu übertragen. Die Linke griff die Haushaltspolitik von CDU und SPD an, hielt die Kreditaufnahme für Hochschulen untereinander aber für einen Konsenspunkt.

Schulqualität und Lehrkräftemangel

Zum Abschluss wurde über die allgemeine Schulqualität und den Lehrkräftemangel diskutiert. Ein weiterer massiver Streitpunkt entbrannte im Bereich der Schulqualität und des Lehrkräftemangels zwischen den Linken und der CDU. Hier standen sich völlig gegensätzliche Einschätzungen zur Lage an den Schulen gegenüber: Die CDU vertrat die optimistische Haltung, dass die Bildungsqualität dank greifender Maßnahmen gestiegen sei und bewertete Unterrichtsausfall schlimmer als den Einsatz unqualifizierter Quereinsteiger. Die Linke widersprach diesem Trend vehement, prangert an, dass der große Lehrkräftemangel seit 2023 nicht gesunken sei, weil 1000 Arbeitsplätze entzogen wurden, und fordert ein striktes Ende weiterer Kürzungen sowie mehr finanzielle Autonomie für die Schulen. Die SPD stellte digitales Lernen in den Fokus und griff den Punkt der Linken auf, dass sich die Schulen sehr unterschiedlich entwickeln, während die Grünen bessere Arbeits- und Ausbildungskonditionen forderten und betonten, dass man „nicht ohne Ausländer“ auskomme. Zudem verlangten sie eine Beschleunigung der Schulbauoffensive.

Fazit

Die Podiumsdiskussion zeigte, wie unterschiedlich die Parteien an die Zukunft der Bildung herangehen. Besonders bei Inklusion, Schulformen, Hochschulen und dem Lehrkräftemangel wurden deutliche Unterschiede sichtbar. Durch die Vorbereitung und die Diskussion konnten wir die verschiedenen politischen Positionen besser kennenlernen und uns ein eigenes Bild von den Themen machen.