Ein Artikel von Lia Thieme (8a).

Blick von unserer Terrasse

„Urlaub“ mal ganz anders. Zu Beginn der Sommerferien 2018 waren meine Mutter und ich zwei Wochen bei einem Umweltschutz-Projekt von African Impact auf Sansibar (Tansania/Ost-Afrika).
African Impact ist eine Organisation, die überall im Süden Afrikas Projekte für gute Schulbildung, Umweltschutz, Entwicklungshilfe etc. macht. In unserem Fall war es ein Projekt, das der Regierung von Sansibar helfen sollte, ein Gesetz für den Delfintourismus zu entwickeln und Kinder in den Schulen über Klimawandel und nachhaltige Fischerei (Fische weg = Delfine weg = Touristen weg = Geld weg) aufzuklären.
Auf Sansibar gibt es noch ein anderes Projekt. Dabei arbeiten die Leute in Schulen und unterrichten Englisch. Das ist sehr wichtig, weil auf Sansibar die Amtssprache Englisch ist.

Unser Projekt war in Kizimkazi, im Süden von Sansibar. Dort haben wir in dem „Volunteer-Haus“ mit allen Projektteilnehmern (aus China, Kanada, USA, Hong-Kong) zusammengewohnt.
Jeden Morgen sind wir mit Booten aufs Meer gefahren und haben nach vorgegebenen Protokollen Strichlisten geführt, um zu beobachten, wie sich die Tourist*innen bei den Delfinen verhalten. Ob sie sich an die Regeln halten, ob die Bootsfahrer*innen ihnen erklärt haben, was sie tun dürfen und was nicht.
Außerdem hatten wir jeden Tag Suaheli-Unterricht, um uns mit den Einheimischen auch in ihrer Sprache verständigen zu können. (Viele Volunteers bleiben ja mehrere Monate dort.)

Die Menschen, die in „Kizi“ wohnen, leben hauptsächlich vom Fischen, von Tagestourist*innen, die mit den Delfinen schwimmen wollen und ihrem angebauten Obst. Sie wohnen in selbstgebauten Steinhäusern, haben so gut wie keine Möbel, keine Fensterscheiben und kein fließendes Wasser. Nur 50% der gesamten Inselbevölkerung haben Strom. Zum Wasserholen und Wäschewaschen gehen die Leute zur Schule, weil dort der einzige Brunnen ist. Gekocht wird auf dem Boden am offenen Feuer. Gegessen wird anschließend auf einem ausgerollten Teppich.

Die Menschen wirken glücklich. Sie sind sehr entspannt und freundlich. Die Kinder gehen in die Schule. In der Schule von „Kizi“ gibt es eine Art AG, in der wir mit den Kindern – auf Englisch – das Thema Umweltschutz, Plastikmüll und die Bedeutung der Delphine für das Meer aber auch für den Tourismus besprochen haben. Dabei war auch ein Thema, wie man den Plastikmüll, den das Meer an den Strand spült, sinnvoll nutzen kann.
Eine Lösung sind sogenannte Eco-Bricks. Kleine Plastikbruchstücke werden in Plastikflaschen gestopft, bis sie komplett gefüllt ist. Diese „Steine“ können als Baumaterial verwendet werden. (Zum Beispiel für eine Sitzbank rund um einen Baum.)

Was mich wirklich beeindruckt hat:
Als wir an einem Tag vor dem Volunteer-Haus saßen und Eco-Bricks gemacht haben, kam auf einmal ein Mann aus dem Dorf zu uns gerannt und hat uns bedeutet, ihm zur Bucht zu folgen. Ungefähr 200 Meter vor dem Strand hing ein junger Wal in einem der Fischernetze fest. Es hatten sich schnell zwei Boote gefüllt, um den Wal zu retten.
Abwechselnd kam eines der Boote zurück an den Strand, um die Zurückgebliebenen auf dem Laufenden zu halten und irgendjemand hat sogar alles gefilmt: Anfangs sah es für den Wal nicht gut aus. Je mehr er sich im Netz bewegt hat, desto fester hat er sich darin verknotet. Aber letztlich er hat es mit Hilfe der Fischer geschafft.

Es hat mir sehr gut gefallen, mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenzuarbeiten und Sansibar so kennen zu lernen, wie es „normale“ Tourist*innen niemals gekonnt hätten.

Kwaheri! (bzw.) Siku nyema!
(Und Tschüss!) (Schönen Tag noch!)