Von Lea Schmid (Kl. 8c)
„Beurteilt ein Buch niemals nach seinem Einband!“, dies gilt auch für das Museum für Kommunikation. Es mag zunächst nach etwas wenig Ansprechendem und Langweiligem klingen, aber das ist weit verfehlt.
Ich weiß, dass Museen oft nicht sonderlich beliebt sind bei Kindern, weil sie nicht ansprechend sind, man sich nur willkürliche Dinge aus längst vergangenen Zeiten ansieht, es oftmals unübersichtlich strukturiert ist im Museum und man fast immer nur hingeht bei einem Schul- bzw. Klassenausflug. Um offen zu sein, das trifft auch bei mir zu. Ich war nie ein sonderlich großer Fan von Museen, aber selbst ich fand das Museum für Kommunikation (MfK) nicht nur interessant, sondern auch übersichtlich aufgebaut.
Man hatte nicht das Gefühl, dass man sich jetzt verlaufen hat oder dass man noch nicht alles gesehen hätte. Durch den kreisförmigen, mehrstöckigen Aufbau des MfK kann man alles Stück für Stück anschauen und da die verschiedenen Bereiche ausgeschildert sind, weiß man gleich, was einen erwarten könnte, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Apropos, wo wir schon bei den ausgeschilderten Ausstellungsstücken sind, es ist Wahnsinn, was für eine beeindruckende und reichhaltige Ausstellung sie dort haben. Es ist allerdings nicht alles ausschließlich für die Augen und das Hirn ausgelegt. Es gibt vieles zum Ausprobieren und Anfassen, beispielsweise in der Sonderausstellung. Also ein Muss für alle Leute, die behaupten, dass Museen lediglich für das Sehen und Denken konzipiert sind.
Man mag annehmen, dass Kommunikation noch nicht so weit in die Vergangenheit zurückgeht, bei all den Smartphones, die wir heutzutage haben, aber das MfK zeigt was anderes. Die hervorragende Führerin, die meine Klasse (8c) und ich gehabt haben, wusste weitaus mehr als erwartet und konnte ausführlichst und frei über die Geschichte hinter den einzelnen Ausstellungsstücken erzählen.
Die Führer*innen mögen die meiste Ahnung über die Geschichte der Ausstellungsstücke haben, aber dafür haben andere Leute – oder sollte ich besser sagen Roboter – mehr Ahnung über das MfK selbst. Ganz recht, ihr habt richtig gelesen! Im Museum für Kommunikation befinden sich zwei Roboter, die Wissen über die Hintergrundgeschichte des MfK und darüber hinaus haben. Allerdings geht der Preis für den sympathischsten Mitarbeiter an die Sicherheit. Es ist lobenswert, wie höflich und freundlich viele der Sicherheitsfachleute sind und wie offen für Fragen und kurze Interviews sie sich zeigen.
Etwas, was meiner Meinung nach eine eigene Ausstellung wert wäre, ist die Architektur des Gebäudes innen drin. Ein passendes Marmorgesteinswerk mit Säulen auf den verschiedenen Etagen, welche alle offen sichtbar sind durch die freie Mitte des Kreises, in welchem das Museum aufgebaut ist. Hoch oben an den Wänden prangen wunderschöne und faszinierende Steinstatuen, die zum Museum selbst perfekt passen. Und die Decke ist ein Kunstwerk der Kultur. Die gesamte Innenarchitektur scheint gar nicht nach Berlin zu gehören, sondern eher nach England oder an Orte, die eine außergewöhnliche oder viktorianische Architektur besitzen. Das zeigt erneut, warum Berlin einer der multi-kulturellsten Orte der Welt ist. Meine Faszination wurde von diesem vorzüglichen Kunstwerk eingefangen wie eine Fliege in einer Fliegenfalle.
Aber „jede Medaille hat seine Schattenseite“. Für mich war diese die Sonderausstellung des MfK. Der Name der Sonderausstellung lautet „Apropos sex“ und soll von Sex, Sexualität und der Auslebung handeln. Für mich persönlich war diese Ausstellung an gewissen Punkten mehr verstörend als aufklärend.
Trotzdem kann ich das Museum für Kommunikation auf jeden Fall weiterempfehlen für Teenager und Schüler*innen. Es ist ansprechend, interessant, interaktiv, informativ und übersichtlich strukturiert. Lohnt sich!