Etwas kitzelt mich, es sind die Sonnenstrahlen, die durch mein Fenster in mein Zimmer fallen. Ich stehe auf, ziehe mich an und laufe in die Küche. Meine Katze streift mir um die Beine und miaut. Ich fülle ihre Schale und mache mir dann selbst Frühstück. Als ich fertig bin, ziehe ich meine Schuhe an und laufe mit einem Sack voller Äpfel los, weg von meinem kleinen Haus am See. An den Feldern entlang, bis zu der Koppel, auf der mein junger Friese steht. Als er mich sieht, kommt er auf mich zugetrabt, er weiß genau, dass ich ihm sein Futter bringe. Die Äpfel, die ich mitgebracht habe, sind im Nu weg. In der Ferne höre ich ein leises Bellen, ein Lächeln umspielt meine Lippen, wieder laufe ich los, doch jetzt auf mein Haus zu und ich freue mich. Vom Haus kommt jetzt auch eine Person auf mich zu, ich laufe schneller, immer schneller, bis ich bei ihr angekommen bin.
Die Person hebt mich hoch und wirbelt mich durch die Luft, dann setzt sich mich vorsichtig wieder auf den Boden ab und küsst mich vorsichtig auf den Kopf. Ich umarme die Person, so als ob sie sich jeden Moment in Luft auflösen könnte.
Ich lasse ihn los, meinen besten Freund. Wir laufen zurück zu unserem Haus. Es macht mich glücklich bei ihm zu sein, bei ihm fühle ich mich frei und sicher. Wir kommen bei unserem Haus an, er schließt die Tür auf und wir gehen hinein. Ein Telefon klingelt, ich laufe in die Küche um es zu holen.
Meine Oma ist am Telefon, sie fragt mich wann ich sie wieder besuchen komme und wieder werde ich zurück in die Vergangenheit katapultiert. Meine Mom schreibt mir das sie mich vermisst.
Mir wird schlecht, Jake fängt mich auf bevor ich umkippen kann. Er bringt mich zum Sofa, Jake läuft in die Küche um mir etwas zum trinken zu Holen. Er weiß was er tun muss damit es mir besser geht.Ich vermisse meine Mom auch, auf einmal fühle ich mich schlecht in ein anderes Land gezogen zu sein so weit weg von meiner Familie. So weit weg von der Stadt in der ich meine komplette Kindheit verbracht habe.
Als ich Jake geheiratet habe wollte ich in ein anderes Land ziehen, ein neues Leben beginnen und alle meine Probleme zurück lassen. Doch manchmal frage ich mich, ob es die richtige Entscheidung war meinen besten Freund zu heiraten und alles hinter mir zu lassen.
Ich bin jung und mache viele Fehler.
Eine Hand, die über mein Gesicht streift und mir die Tränen aus dem Gesicht wischt, holt mich zurück in die Gegenwart. Meine Tränen hatten mich fast erstickt, doch jetzt fühle ich mich wieder sicher, denn ich bin bei Jake.
Jetzt wird mir wieder klar, dass egal, wo auf der Welt ich bin, egal, wie weit weg von meiner Mom, solange ich bei ihm bin, bin ich glücklich. Ich habe Jake in der Uni kennengelernt, wir haben uns relativ schnell angefreundet und irgendwann habe ich mich in ihn verliebt. Er war zwar mein bester Freund, aber was soll man machen. Jake ist die liebenswerteste Person, die ich je kennen lernen durfte. Ich konnte ihn weinend anrufen und lachend auflegen, er war immer für mich da – in guten und in schlechten Zeiten. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, ich liebe mein Leben, denn Jake wird immer ein Teil davon sein. Vielleicht war es doch kein Fehler, in ein anderes Land zu ziehen, wer weiß? Außerdem ist es wichtig, Fehler zu machen, denn aus ihnen lernen wir.