Ein Beitrag von Resa (Q2).

In den letzten drei Jahren wurde eine neue Streikkultur von Schüler*innen wurde etabliert, antirassistische Bündnisse junger Menschen gründeten sich in vielen Städten. Unabhängig voneinander streikten sie gegen Rassismus, die Festung Europa (etc.) und für die Rechte von Geflüchteten, die in ihren Augen hier in der BRD mit Füßen getreten werden. Residenzpflicht, Asylgesetzverschärfung und eine neue rechte Bewegung, die sich in den letzten Jahren etablierte,  gehören bei vielen Plenen in den örtlichen Strukturen zur gesetzten Tagesordnung. Nun entschieden zu Beginn des Jahres mehrere Städte sich zu Jugend gegen Rassismus zusammenzuschließen und am 27.4. überall im Land auf die Straße zu gehen.
In Berlin treffen sich die Streikenden um 11 Uhr am Gesundbrunnen. Doch auch wenn es lokale Unterschiede gibt und das Bündnis gewollt  nicht zu einer Massenaktion in Berlin aufrief, sondern alle es für besser hielten, direkt vor Ort, wo in den meisten Städten wie Dresden oder Berlin wöchentlich Nazis aufmarschieren, zu streiken, haben alle etwas gemeinsam sie: sind jung und wollen etwas verändern!
Auch viele von der Fichte wollen dem bundesweiten Aufruf folgen und am 27.04. die Schule bestreiken, denn auch bei uns im Bezirk treten Nazis und ihre Hinterlassenschaften mehr und mehr auf. Rassistische Schmierereien werden häufiger – genauso wie „Nein zum Heim“-Aufkleber oder Sticker der Identitären Bewegung – vor allem in der Nähe von Schulen mit Willkommensklassen verbreitet.
Gemeinsam mit allen antirassistischen Jugendlichen aus dem Süden und Supporter*innen wollen wir von der Fichte uns der neuen rassistischen Bewegung und der rassistischen Stimmung in diesem Land entgegenstellen und dafür am 27.04. die Schule gemeinsam bestreiken. Um zu zeigen, dass wir mehr sind als die Rassist*innen und dass uns Grundrechte, wie die Würde des Menschen oder das Versammlungsrecht sowie Menschenrechte wie das Asylrecht so wichtig sind, dass es sich lohnt und es wichtig ist dafür einzutreten, auch wenn das einen Schultag kosten kann.
Beim Schulstreik (in Berlin organisiert vom Refugee Schul- & Unistreik Berlin) handelt es sich um eine angemeldete, friedliche Demonstration von vor allem Jugendlichen, die während der eigentlichen Schulzeit stattfindet. In dieser Form finden diese regelmäßig seit Februar 2014 statt und werden wohl so lange stattfinden bis sich die Situation ändert, sprich Rassismus – egal ob gegen Geflüchtete oder Leute, die nicht „deutsch“ aussehen (was auch immer das sein soll), nicht mehr Alltag in dieser Gesellschaft ist und alle Menschen die gleichen Rechte haben.27.04./11h/Gesundbrunnen

Hier findet ihr die Position des Refugee Schul- & Unistreiks Berlin zu euren Rechten.