Der Reportage entstand im Rahmen des Zeitungsprojektes der 8. Klassen. Der*Die Autor*in möchte anonym bleiben.

Heute, Freitag den 24.11.2017, besuche ich meinen Trainer Trevis in der Boulderworx-Halle in Berlin-Wilmersdorf. Bouldern ist Klettern  ohne Sicherung an Felswänden oder in Hallen an künstlichen Kletterwänden. „Bouldern ist nicht nur mein Job, sondern auch meine große Leidenschaft“, erzählt er mir. Trevis ist der fleißigste Trainer, den ich kenne, denn selbst wenn er krank ist, kommt er pünktlich zum Training. Er trainiert dienstags und freitags die Jugendgruppen des Vereins.

Zuerst interessiert es mich, wie er überhaupt Trainer wurde. „Musstest du besonders fit sein oder eventuell auch einen Fitnesstest bestehen?“, frage ich ihn. “Wenn man einen Sport zum Beruf machen möchte, ist es meiner Meinung nach das Wichtigste, körperlich fit zu sein!“, Trevis lacht, „es fing damit an, dass ich nach sechs Jahren Bouldern mein Hobby zum Beruf machen wollte. Es war überhaupt nicht kompliziert, da Gustav, mein Chef zu dieser Zeit Personal benötigte. Einen Fitnesstest musste ich allerdings bestehen!“

Trevis sagt mir, dass er jetzt Schicht hinter dem Tresen habe, deswegen begleite ich ihn dorthin. Auf dem Weg fallen mir zwei Jungs auf, die sich vor dem Training aufwärmen. Deshalb frage ich Trevis: „Wie machst du dich vor deinem Training warm – benutzt du Sportgeräte?“ „Es ist eigentlich immer unterschiedlich, doch hauptsächlich mache ich Liegestütz und Klimmzüge. Es kommt auch vor, dass mir Trainingsgeräte in der Halle zur Verfügung stehen, dann hebe ich auch einmal Hanteln.“

Mir fällt eine Trainingsgruppe in der Halle auf, die bis zum höchsten Punkt an die Decke klettert und Klimmzüge zum Aufwärmen macht.

„Trevis, überlegst du dir das Programm für deine Trainingsgruppen oder wird es dir vorgeschrieben?“ Während ein Mädchen eincheckt, antwortet er: „Es kommt darauf an. Entweder besprechen wir uns unter den Trainern über das Programm für die jeweilige Woche oder es wird uns vorgegeben, wenn z.B. ein Wettbewerb ansteht. Wenn wir allerdings schon früher mit den Übungen fertig sind, darf ich mir Übungen für euch ausdenken“, Trevis grinst.

Als ich ihn frage, wie er uns auf den Wettbewerb in drei Wochen vorbereiten würde, antwortet er mir, dass alle Trainer vor einem Wettbewerb mindestens eine Sitzung haben, um über das Training sprechen. Außerdem sei es Vorschrift, dass vor jedem Training Leute wegen Sicherheitsvorschriften kommen, die uns bei dem Training beobachten.

Ein Junge kommt zu uns und fragt, wo die schwarze Route endet. Wir gehen zu der Wand und Trevis zeigt ihm das Ende der Route. Schwarz ist die schwierigste Route von allen und ich will wissen, ob er sich beim Bouldern schon einmal schwer verletzt hat. „Ja, ich war noch sehr unerfahren und habe beim Training nicht darauf geachtet, ob unten eine Matte liegt. Wie es kommen musste, bin ich abgerutscht und habe mir mein Bein verknackst.“ „Musstest du ins Krankenhaus gebracht werden?“ „Ja, doch zum Glück war das Bein nur angebrochen. Jeder hat behauptet, ich habe noch einmal Glück gehabt, doch immerhin konnte ich über zwei Monate keinen Sport machen.“

Leider muss Trevis jetzt einen anderen Trainer vertreten und daher das Interview beenden. Trotz alledem habe ich sehr viel über meinen Trainer erfahren und freue mich auf das Training nächste Woche!