Eine Reportage von  Ramón Navratil (8b). Der Artikel entstand im Rahmen des Zeitungsprojektes der 8. Klassen.

„Alles fing damit an, dass ich die ganze Zeit viel Durst hatte, ständig auf die Toilette musste, besonders nachts, immer müde und schlapp war und ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Außerdem fing ich an, sehr stark abzunehmen.“

Ich sitze mit Nuria und ihrer Mutter bei ihr zu Hause am Esstisch. Nuria ist meine Cousine. Im Februar 2013 wurde bei ihr Diabetes Typ I diagnostiziert.

Diabetes nennt sich auch Zuckerkrankheit und wird durch eine Urinprobe festgestellt. Der Arzt erkennt, dass zu viel Zucker im Blut ist. Dies geschieht, wenn der Körper aufhört, Insulin zu produzieren. Insulin ist überlebenswichtig für den Körper. Es ist ein wichtiges Hormon und dient dazu, Traubenzucker aus dem Blut in die Zellen weiter zu schleusen. In den Zellen werden die Zuckermoleküle zur Energiegewinnung benötigt.

In dem Gespräch mit meiner Cousine schildert sie mir, wie es dann weiter ging. Nurias Mutter fing an sehr besorgt zu sein und ging mit ihr zum Arzt, wo nach einer Urinprobe die Diagnose Diabetes gestellt wurde. Die beiden mussten für zehn Tage ins Krankenhaus. Zudem bekamen alle Angehörigen und Lehrer*innen Schulungen, wie mit der Diabetes umzugehen ist. Auch Nuria musste lernen, Blutzucker zu messen. Dazu entnimmt sie sich mit einer dünnen Nadel einen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Ein Messgerät bestimmt die Menge von Insulin, die benötigt wird.

Die Berechnung der Insulinzufuhr musste ihre Mutter umfangreich studieren.  „Wir, bzw. ich, brauchten Tage, um zu realisieren, dass diese Krankheit mich mein ganzes Leben begleiten wird. Wir waren alle geschockt, haben viel geweint.“ Sie musste lernen, dass sie nur noch kontrolliert und unter Aufsicht essen und trinken durfte. Süßigkeiten sind für sie zu einer Medizin geworden, wenn sie unterzuckert ist. „Meine Familie und ich mussten unser komplettes Leben an diese Krankheit anpassen und auch meine Klassenkameraden haben lange gebraucht, mit mir und der Krankheit umzugehen.“

Im Laufe der Zeit hat sie gelernt, mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Da es in der Diabetesforschung immer wieder neue Erkenntnisse gibt, wurde für sie das Spritzen und Messen einfacher. Zunächst bekam sie eine Pumpe, die fest am Bauch oder Rücken saß und alle drei Tage gewechselt werden muss. Das Insulin wird über eine Fernsteuerung der Pumpe zugeführt. Später bekam sie einen Sensor, der fest an ihrem Arm angebracht ist, um den Blutzucker zu messen. Der Wert wird dann einfach über die Fernsteuerung angezeigt und sie weiß dann, ob sie spritzen muss.

Die äußeren Einflüsse, wie zum Beispiel das Wetter oder Stress beeinflussen immer wieder die Werte und Nurias Mutter muss ständig die Balance zwischen der Über- und Unterzuckerung finden, was mit viel Arbeit und Geduld verbunden ist und zur täglichen Aufgabe geworden ist. Trotzdem haben Nuria und ihre Familie gelernt, mit der Krankheit umzugehen und sie können mittlerweile gut damit leben.