Eine Reportage von Oskar Carstensen und Drago Tesanovic (8d). Der Artikel entstand im Rahmen des Zeitungsprojektes der 8. Klassen.

Da sind die Busse“, rief ein kleines Mädchen an der Hand ihres Vaters, welche mitgekommen war, um sich von ihrem großen Bruder zu verabschieden. Die Schüler*innen der 8. Klasse warteten schon mit ihren Eltern und Geschwistern, dass die Klassenfahrt endlich losging.

Jedes Jahr fahren alle Achtklässler der Fichtenberg-Oberschule mit ihren Klassenlehrer*innen, Herrn Dr. Bauer, der seit Jahren die Reise plant und organisiert, sowie in diesem Jahr erstmalig auch mit dem Schulleiter für eine Woche nach England. Dabei sollen sie nicht nur mehr über Kultur, Sprache und Geschichte des Nachbarlandes lernen, sondern auch der Zusammenhalt untereinander soll gestärkt werden. Das kommt bei den Schüler*innen gut an. „Sowohl die Hinfahrt als auch die Rückfahrt war sehr anstrengend, aber wir haben uns viel unterhalten und uns untereinander besser kennengelernt.“ Die vier Klassen waren während der gesamten Fahrt in zwei Busse eingeteilt. Die An- und Abreise ging über Belgien und Frankreich und dann mit der Fähre von Calais (Frankreich) nach  Dover (England). „Sobald man die Küste von Dover erblicken konnte, schaute auch der Letzte vom Handy auf und starrte auf die imposanten Kreidefelsen.“ Die Hin- und Rückfahrt hat je 16-18 Stunden gedauert und auf der Rückfahrt mussten wir nachts um ein Uhr aus dem Bus auf die Fähre, wo wir zwei Stunden bleiben mussten.

Von Dover aus dauerte die Fahrt noch zwei Stunden bis nach Hastings. „Als wir in Hastings anhielten und ein Lehrer eine Ansage machte, saßen alle schon gespannt auf ihren Plätzen und machten sich Gedanken, wie die Gastfamilien wohl sein würden, aber insgesamt freuten sich alle auf die Gastfamilie.“ Damit die Schüler*innen sich nicht nur mit ihren Freund*innen auf Deutsch unterhalten, wurden sie zu dritt oder viert in Gastfamilien untergebracht. Diese Familien hatten oft Kinder oder waren ältere Leute und da nicht alle Schüler*innen in einer Nachbarschaft untergebracht werden können, gab es ca. zehn sogenannte „Pick-Up-Points“, die der Bus jeden Morgen abklapperte, dass keine*r einen zu langen Weg hatte. Doch obwohl einige fanden, dass ihr Englisch dadurch nicht besser wurde, waren sich alle einig, dass es besser war, in Gastfamilien zu wohnen, als in Jugendherbergen.

Das Programm der Englandfahrt bestand daraus, an einigen Orten Englands, z.B. Brighton, Canterbury, Dover und London sowie bei den Kreidefelsen von Beachy Head Kultur und Geschichte zu erkunden. Bei den Besichtigungen der Städte blieb den Schüler*innen viel Freiheit, weshalb sie oftmals frei bzw. in Dreier- oder Vierergruppen herumliefen, dass das in London nicht der Fall war, fanden viele Schüler*innen schade. Es gab aber auch Kritik, dass man z.B. viel im Bus sitzen musste und einigen deshalb sogar schlecht wurde. Außerdem fanden einige es nicht so gut, dass man in Hastings einen zweiseitigen Fragebogen zur Stadt beantworten musste. Doch insgesamt waren die Ausflüge sehr beliebt.

In Dover ging es zum Dover Castle: „Schon aus der Ferne konnte man die gewaltige Festungsanlage sehen und als wir dann an den tiefen Burggraben und den riesigen Mauern vorbeigingen, fühlte man sich winzig.“ Im Hauptgebäude konnte man richtig sehen, wie die Leute damals gelebt haben: Wäschezimmer, Weinkeller, Brotbäckerei, Plumpsklo, Thronsaal und Speisesaal. Das Besondere war, dass man alle Ausstellungsstücke anfassen und fotografieren konnte, im Gegensatz zu den meisten anderen Museen und Ausstellungen. Dann sind wir auf das Dach gegangen, welches als Aussichtsplattform diente. Von dort hatte man eine wunderschöne Aussicht über Dover. Zum Schluss gingen wir zu dem etwas neueren Gebäude, das für die Abwehr von Hitlers Truppen erbaut wurde. Als wir dann wieder fahren wollten, war vor dem Hauptausgang ein riesiger Bienenschwarm. Deshalb mussten wir einen Umweg nehmen, aber wir haben es noch geschafft.

Bei Brighton ging es zu Beachy Head: „Aus der Ferne sah es wie eine normale Wiese aus, aber als wir da waren, sah man die riesigen Abgründe und steilen Klippen.  Man konnte richtig sehen, wie das Wasser den Kalkstein nach und nach wegfrisst.“ Leider hat es dann angefangen zu regnen, aber das war der einzige Tag mit Regen. Doch dann durften wir einen steilen Hügel herunterrennen, doch als wir alle unten angekommen waren, mussten wir auch auf der anderen Seite wieder hoch. Am Ende der Wanderung kamen wir in eine kleine Siedlung mit nur zehn Häusern und Herr Bauer meinte: „Vor ein paar Jahren sind es doppelt so viele gewesen.“ Nachdem wir uns im Besucherzentrum, ein Café mit Shop und einem kleinen Museum zur Geschichte von Beachy Head, aufwärmen und etwas essen konnten, fuhren wir mit den Bussen nach Brighton, wo wir ein bisschen shoppen konnten. Dort sollten wir ein Tauschspiel spielen, bei dem es darum ging, eine Postkarte mit Berlinmotiv in Gegenstände von Passanten und Läden umzutauschen. „Das hat sehr viel Spaß gemacht und man hat erlebt, wie nett und hilfsbereit die Leute dort sind.“

Nach London ging es an zwei Tagen: Als wir Richtung Innenstadt fuhren, konnte man immer mehr vom London Eye sehen. Als wir anhielten, stiegen alle begeistert aus und machten erst einmal Fotos, doch es wurde noch cooler, denn danach sind wir damit geflogen. Da dass London Eye einer Fluggesellschaft gehörte, nennt man es fliegen. „Man hatte eine so wundervolle Aussicht und alle haben so um die 100 Fotos gemacht, vielleicht sogar mehr. Und obwohl es ungefähr eine halbe bis Dreiviertelstunde dauerte, fühlte  es sich so an wie eine Viertelstunde.“ Der Flug auf dem London Eye war fantastisch und es hat allen gefallen.

Danach gingen wir zum Trafalgar Square und zum Buckingham Palace. Dort sind die königlichen Wachen marschiert und auf dem Weg dorthin sahen wir Dreharbeiten für einen Film im 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Am zweiten Tag in London sind wir mit der „Tube“ gefahren, in der es sehr heiß war, und dann liefen wir von der Tower Bridge und dem Tower of London über die Millennium Bridge, welche wirklich schwankt, und alle Harry Potter Fans haben sie sofort erkannt, zur Oxford Street, allerdings zu dem Teil mit den Souvenirshops und Süßigkeitenläden. Dort durften wir in den Läden shoppen. Dann ging es am Piccadilly Circus vorbei zurück mit der Tube zum Bus. In London fanden viele aber nicht so gut, dass wir in Gruppen aus 15 Leuten gehen mussten.

Doch insgesamt war die Fahrt sehr beliebt und wir können sagen, dass die jetzigen Siebtklässler*innen sich schon richtig freuen können und sich erst Recht keine Sorgen machen müssen.