Auf einmal war alles da. Das grünliche Neonlicht, die graue Wand, und die Rohre, die an der Decke verliefen. Es hatte eine Weile gedauert, bis sie ihre Augen vollständig öffnen konnte, doch als sie an sich hinunter blickte, fühlte es sich an, als würde sie einen fremden Körper betrachten. Sie trug einen mint-farbenen Kittel, der ein wenig nach Desinfektionsmittel roch. Sie fühlte sich benommen, halb im Traum.
Es war totenstill. Kein Geräusch oder eine Bewegung störte die Ruhe. Ihr wurde schummerig. Ein Bild erschien vor ihrem inneren Auge. Zu sehen war eine dunkle Gasse, dessen Ende man nicht erfassen konnte.
Ihr Kopf schmerzte. Das Bild war verschwunden. Plötzlich begannen ihre Beine an zu kribbeln. Nach und nach auch ihre Finger.
Ihr ganzer Körper schien aus einer Art Narkose zu erwachen. Schon wieder erschien ein Bild. Diesmal sah es aus, wie ein Symbol, bestehend aus schwarzen verschlungenen Linien, die ein Ornament bildeten.
Das Neonlicht blendete sie, und vertrieb die schwarzen Linien. Ein Gedanke kreiste in ihrem Hinterkopf. Zu schnell, um ihn zu erfassen. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren – hatte keine Ahnung, wie lange sie schon da lag.
Der Gedanke wurde klarer und klarer, bis er fast bildlich zu sehen war. Und als sie begriff, was ihr Unterbewusstsein schon lange wusste, wurde aus der Benommenheit Panik.
Sie wusste weder wer sie war, noch wo sie war. Kurz, sie war in einem verschlossenen Raum ohne jegliche Erinnerung auf sich allein gestellt. Als sie aufsprang, um irgendetwas zu unternehmen, hörte sie schwere Schritte von draußen, die sich langsam der verschlossenen Metalltür näherten.

[Der*Die Preisträger*in wünscht eine anonyme Veröffentlichung.]