Der LK Biologie (Q2; Schuljahr 2017/18; Leitung: Fr. Ennigkeit) macht sich Gedanken über die Natur. Teil 1 können Sie hier nachlesen. Teil 2  finden Sie hier.

Berlins Gewässer in Gefahr

Von Elias, Furkan, Han und Simon Q.

Die Seen und Flüsse Berlins sind wie viele Gewässer durch eine Verschmutzung enorm belastet. Ist diese anthropogen hervorgerufen oder was kann sonst der Grund für die Verunreinigung sein?

Zurzeit treiben sie zu Hunderten in Berlins Kanälen und Seen: tote Karpfen, Barsche, Bleie und Plötzen. Diesen Fischen geht nämlich zur Hochsommerzeit und gleichzeitigem erhöhten Niederschlag in durchflussarmen Flüssen und Tümpeln der Sauerstoff aus. Doch warum ist das so?
Derk Ehlert, Sprecher der Senatsumweltverwaltung, spricht von einer „verhängnisvollen Doppelwirkung“: durch die steigende Hitze sinkt der Sauerstoffgehalt vor allem in stehenden Gewässern enorm. Wenn nun durch einen kurzen Starkregen Blätter, Blütenstaub und viele andere organische Materialien von Straßen und Bürgersteigen in die Gewässer geleitet werden, kommt es zur Eutrophierung.
So werden Bakterien in großen Mengen aktiviert, welche die Blätter, Blütenstaub etc. als Nahrung nutzen und diese daraufhin zersetzen.
Doch was ist daran nun so schlimm? Die Bakterien sind Aerobier, was so viel bedeutet, dass sie wie wir Menschen für ihren Stoffwechsel Sauerstoff benötigen und verbrauchen. Folge: den Fischen geht ein bis zwei Tage später die Luft aus.
Eine Verschmutzung der Gewässer Berlins findet also nicht nur durch Menschenhand statt, doch es gibt auch Verschmutzungen, die anthropogene Ursachen haben.

Ausschlaggebende Quellen der Verschmutzung unserer Gewässer sind z. B. Reifenabrieb, Dünger, Pestizide und Salze, die durch Regen in die Flüsse und Seen gespült werden. Neben weiteren Schadstoffen, die durch Katastrophen oder willkürlich in die Gewässer gelangen, bilden Schadstoffe in der Luft ebenfalls eine Gefahr für das Ökosystem. Durch diese giftigen Stoffe, die beispielsweise aus Industriegebieten in die Gewässer gelangen, entsteht ein Ungleichgewicht der vorhandenen Pflanzen- und Tierpopulationen, woraufhin dann der Prozess der Eutrophierung folgen kann.
Die Gefahren betreffen jedoch nicht nur unsere Umwelt sondern schaden auch uns Menschen. Durch die Eutrophierung können sich beispielsweise die giftigen Blaualgen bilden, welche gesundheitliche Auswirkungen haben können, wie z. B. Durchfall, Erbrechen, Rötungen und Ausschlag. Außerdem ist unser Grundwasser durch Schadstoffe gefährdet, die wir mit dem Trinkwasser zu uns nehmen.

Auch teilweise ungeklärtes Abwasser mit Krankheitserregern kann durch die potentiellen Folgen zur Schließung unserer Badestellen führen.  Um sowohl Berliner als auch Brandenburger Seen und Gewässer von den genannten Problemen zu entlasten, gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten. Wir können leider bei den natürlichen Ursachen für die Belastung nicht den Ursprung, also die Wärme und den Blütenstaub, der in die Gewässer gespült wird, beeinflussen, aber wir können die Folgen minimieren, wie beispielsweise durch ein Belüftungsschiff, welches seit dem 28. Mai in Berlin im Einsatz ist. Es pumpt abends große Mengen Sauerstoff in das Wasser und wirkt so dem Fischsterben entgegen.

Den anthropogenen Maßnahmen können wir aber entgegenwirken, weil wir diese selbst verursachen. Eine Möglichkeit wäre es, den Badegästen Verhaltensregeln für das Nutzen des Gewässers zu erstellen. Durch nachhaltiges Benehmen beim Baden werden die Gewässer vor Abfall geschützt. Außerdem sollte die Regierung verhindern, dass durch Erosion Düngemittel aus den nahegelegenen Feldern in die Gewässer gelangen, indem sie den Naturschutz stärker fördert. Also muss die Regierung verbieten, Felder in Gewässernähe zu düngen oder Felder in Gewässernähe zu bestreuen.

Ein weiteres großes Problem stellen die Kläranlagen dar, wenn das geklärte Abwasser nicht gut genug geklärt wird, erzielt dies den gleichen Effekt wie die Düngemittel, deswegen müssen mehr Kontrollen durchgeführt werden, damit das Abwasser besser geklärt wird.