Eine Hörempfehlung von Özge Yildiz (Q2). Özges Empfehlung zur Serie Monster 1983 lesen Sie hier. Ein Interview mit Sounddesigner Tommi Schneefuß gibt es hier zu lesen.

Traurig, spannend, schön, wundervoll. Drei Staffeln, 79 Tracks, drei CDs. Ynie Ray, der Komponist von „Monster 1983“ hat ein großes Imperium mit der Musik geschaffen, die zur Serie passt. Sie jagen dem*der Hörer*in eine Gänsehaut über den Rücken und regen einen zum nachdenken an. Stücke, die man hört, weil sie einem einen Ohrwurm verpassen. Stücke, die man hört, weil man sie selbst schön findet. Stücke, die einfach wunderschön sind.
Damit ihr selbst in den Genuss der Soundtracks kommt, rate ich euch, hört ihn euch an. Ihr findet ihn auf vielen Streaming-Diensten und könnt ihn euch über Onlineportale kaufen oder downloaden.

Einige Stücke habe ich mir aus den drei Soundtracks herausgesucht, um näher auf diese einzugehen. Es gibt drei Stücke, die sich „Harmony Bay“ nennen. Das ist das Thema der Stadt Harmony Bay, in der die Staffeln spielen. Einmal gibt es die normale Version (Vol. I, Theme 02), dann gibt es eine abgewandelte Version (Vol. II, Theme 02) und schließlich eine Klavierversion (Vol. II, Theme 24). Beginnen wir mit der Version aus der ersten Staffel, die gleich am Anfang und einige Male mittendrin in den Folgen zu hören ist. Sie beginnt mit einem leichten und sanften Klavier. Leise, nicht im Soundtrack, sondern nur in der Serie, hört man ein Feuerwerk. Dieses hört man im Einstieg, wenn Hunter (Florian Halm) spricht, doch es lässt nach einigen Sekunden nach und ist nun nicht mehr zu hören. Streicher werden hinzugefügt und lassen das Stück dramatischer wirken. Dieses Stück ist fröhlich und traurig zugleich, da es mit Erinnerungen verknüpft ist, indem Hunter sagt: „Erinnern Sie sich noch an den Sommer 1983?“ Nach ungefähr einer Minuten und 35 Sekunden wird das Stück nicht mehr vom Klavier gespielt, sondern von Streichern. Im Hintergrund ist ein Bass zu hören, der die traurige Atmosphäre des Stückes noch einen Tick hervorhebt. Wieder kommt das Klavier zum Einsatz und das Stück ist etwas langsamer als zuvor. Doch wenn man dieses Stück hört, sieht man die Szenen vor Augen, die sich in der Staffel abgespielt haben. Zudem ist das Stück „Harmony Bay“ in der Staffel anders als im Soundtrack. Dies ist zwar nicht weiter schlimm, aber hat mich am Anfang sehr irritiert. Außerdem klang die Hörprobe sehr hart und wirklich anders, als sie jetzt im Soundtrack ist. Die ersten beiden Themen von „Harmony Bay“ gehen ungefähr fünf Minuten.
Das zweite Thema klingt sehr anders. Es klingt eher schaurig. Es hat zudem etwas Bedrohliches im Hintergrund. So als würde demnächst etwas geschehen, obwohl es dann doch nicht dazu kommt. Dieses abgewandelte Thema klingt nicht wie das erste. Ein Klavier ist vorhanden, doch die Streicher fehlen gänzlich oder sind nur ganz schwach zu vernehmen. Der Bass und das Etwas, was für mich nach einem Herzschlag klingt, und die nicht all zu hohen Instrumente, die ich nicht zuzuordnen weiß, bewirken, dass das Stück wirklich schaurig rüberkommt. Doch am besten kann man das am Bass hören, der sich im Hintergrund aufhält. Das Thema beginnt auch ziemlich spannend und endet sehr plötzlich. Es ist meist die gleiche Melodie, die hier verwendet wird. Zum Ende hin wird es ein wenig leiser, aber nicht ganz so, dass es ein Decrescendo werden würde. Dieses Thema beginnt mit tiefen Klängen, die vom Klavier untermalt werden.
Dann gibt es noch die Klavierversion von „Harmony Bay“, die in der ganzen Serie gar nicht vorkommt. Sie beginnt ganz anders. Beim ersten Man hätte man denken können, dass es ein ganz anderes Stück ist, doch wenn man weiterhört, merkt man, dass es das Thema der ersten Staffel ist. Doch dieses ist ein wenig schneller und zeigt nur die fröhliche Seite der Küstenstadt auf. Die Themen dauern alle etwa fünf Minuten und insgesamt geht der Soundtrack aller drei Staffeln ungefähr vier Stunden. Auch die Klavierversion ist ein wenig abgewandelt vom ersten Thema. Etwas anders gespielt, doch trotzdem sehr schön.

Begeben wir uns nun zu einem weiteren Stück der ersten Staffel. „Miami Nights“ (Vol. I, Theme 08) heißt dieses und es kam, als Freak (Johannes Berenz), der auch Alan de Nova heißt, mit einer quietschgelben, geklauten Corvette durch die Gegend düst. Dieses Lied passt total zur Szene, als der liebe Freak damit rumfuhr und erinnert mich immer daran. Womöglich ist er sehr schnell gefahren, denn das Lied klingt sehr rockig. „Miami Nights“ ist eines der Stücke, die durch elektrische Instrumente entstanden sind. Es ist flink angehaucht und passt super gut zur Szene mit der geklauten Karre, die so gelb wie eine Zitrone ist. Zudem bereitet es einen Ohrwurm im Kopf und lässt einen nicht mehr los. Die E-Gitarre, die im Stück hervorgehoben wird, verleiht diesem einen gewissen Flow. „Miami Nights“ beginnt mit einem Schlagzeug, dann kommen die restlichen Instrumente, sowie die E-Gitarren dazu, die diesem Song das gewisse Etwas verleihen.

Doch kommen wir zu etwas wirklich gruseligem. Nämlich dem Stück „The Nachtmahr“, das ebenfalls zwei Versionen besitzt. In der ersten Staffel ist es der zehnte Track und in der zweiten Staffel der vierzehnte. Die erste Version beginnt mit einem bedrohlichen Geräusch, bei dem man sofort denkt, dass etwas geschehen wird. Dieses steigert sich und es kommen Streicher dazu. Einige Violinen sind höher angelegt und deren Klänge sind in die Länge gezogen. Ein Horn ist auch zu hören, doch es kommt nur selten vor und erinnert mich an die Titelmelodie der drei Staffeln. Diese ist auch in verschiedenen Varianten im Soundtrack zu finden, doch sie ähneln sich sehr, bis auf die zweite Version, die deutlich länger ist als die anderen. Im Stück „The Nachtmahr“ sind die tiefen Bässe das, was dieses Thema zum Nachtmahr ausmacht. Sie verleihen dem Stück das gewisse Etwas und dieses Stück endet auch mit denselben Klängen, mit denen es angefangen hat.
Die zweite Version des Stückes beginnt mit tiefen Geigen. Auch hier ist das kurze Geräusch, besser kann man es nicht ausdrücken, vorhanden. Doch es klingt etwas anders als die erste Version in der ersten Staffel. Schauriger, furchteinflößender, bedrohlicher. Ungefähr nach einer Minute und einundfünfzig Sekunden hätte man denken können, dass gleich ein Mord geschieht. Vielleicht war dies auch in einigen Szenen der Fall. Zum Ende hin wird das Thema des Nachtmahrs immer lauter und stoppt abrupt, um dann weiter zu gehen. Das Bedrohliche wird am Ende immer deutlicher und jagt einem einen Schauer über den Rücken.

„Scarborough Fair” (Vol. I, Theme 16) ist ein sehr trauriges Stück. Es beginnt mit leichten Gitarrenklängen und einer Frau, die dann dazu singt. Flöten kommen dazu, Violinen sind ebenfalls zu hören. Die Frau singt hoch und es klingt, als wäre etwas geschehen. Im Hintergrund, fast am Ende des Liedes, waren kurz einige Background-Sänger zu hören. Die Flöten leiten die Frau an, zu singen. Es kann sein, dass „Scarborough Fair” kam, als Michael und Flower sich geküsst haben.

„Inside Me“ (Vol. II, Theme 10) aus der zweiten Staffel beginnt mit einem Klavier. Es klingt traurig und hat etwas Wehmütiges in sich. Wie als würde sich jemand an etwas erinnern, was sehr schrecklich für die Person gewesen ist. Auch hier sind Streicher im Hintergrund zu hören. Doch das Stück klingt eher  fröhlich als  wehmütig. Der Komponist hat alle Songs sehr schön geschrieben, obwohl ich es schade finde, dass nicht alle Stücke in den Soundtracks vorhanden sind. Das Klavier wird von den Geigen abgelöst, die nun die Melodie des Keyboards spielen. Zum Schluss kehrt das Klavier wieder zurück und spielt die Melodie. Es endet mit den Streichern.

Das Stück „Harmony Bay Monster“ (Vol. II, Theme 13) ist langsam. Auch hier sind das Klavier und die Streicher vorhanden. Es erinnert mich ein wenig an das Stück „Harmony Bay“. Dieses hier klingt auch schaurig, bringt einen dazu, aufmerksam zu werden. Denn man weiß ja nie, ob jemand drauf geht oder nicht. Nach ungefähr ein bis zwei Minuten wird das Stück von einem Instrument abgelöst, welches über einen Synthesizer erschaffen wurde. Es findet sich kurz die Melodie von „Harmony Bay“ wieder, die aber nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Man hört sie wirklich nur ganz kurz und dann nicht mehr. Der Song ist richtig gut, da er Spannung erzeugt.

„Strange Heartbeat“ (Vol. II, Theme 17) beginnt mit einem Schlagzeug. Das ist das einzige, was man in diesem Moment hören kann. Kurze Pausen finden statt, werden aber abgelöst und dies geht eine Weile so weiter. Dieses Thema klingt schaurig und spannend zugleich. Man hätte denken können, dass bei diesem Song auch jemand umgebracht wird, doch wahrscheinlich ist dies nicht der Fall. Zudem klingt es bedrohlich. Es ist ein Stück, das nicht von Klavier und Geigen gespielt wurde, sondern nur von diesem schlagzeugartigen Instrument. Sonst nichts. Es endet genauso, wie es angefangen hat.

„Thinking about the Universe“ (Vol. II, Theme 21) beginnt mit einem leichten Rauschen. Wie der Name des Stückes schon sagt, wird da über das Universum nachgedacht, doch das ist nicht der Fall. Was an diesem Stück so einzigartig ist, ist das das Meeresrauschen und das Piepsen vieler Vögel darin. Auch einige Wellen, die ans Ufer krachen, kann man in dem Stück vernehmen. Dies ist ein Song, welcher besonders ist. Da ich sie Serie nicht mehr so vor Augen habe und den Soundtrack der Serie häufig höre, kann ich nicht genau zuordnen, in welcher Szene das Stück vorkommt. Doch wenn man sich diesen Titel so anhört, könnte man denken, dass eine Person am Meer sitzt und über alles mögliche nachdenkt. Doch das ist unklar. Der Soundtrack der dritten Staffel war der schönste von allen, obwohl in jeder Staffel viele schöne Tracks dabei sind. Doch die 33 Tracks der dritten Staffel waren sehr nah am Original der Serie. Das war irgendwie bei den anderen beiden Staffeln nicht so.

Aber nun zum Stück. „Demise“ (Vol. III, Theme 11). Wie der Autor Ivar Leon Menger selbst gesagt hat, ist dies ein sehr schönes Stück, ich kann ihm da nur vollkommen zustimmen. Es besitzt eine gewisse Spannung, die sich im ganzen Titel widerspiegelt.

Welches Stück ich am schönsten finde? „Kilauea“ (Vol. III, Theme 16). Dieses Lied ist sehr traurig und immer wenn ich es höre, muss ich fast weinen, da es wirklich wunderschön ist. Aber es passt zur dritten Staffel, wie die restlichen Songs, die auf der CD zu finden sind. Hier werden verschiedene Gefühlslagen angesprochen und man hätte an einer Stelle fast denken können, dass es zu Ende ist. Doch dem war nicht so. Der Song wird zum größten Teil vom Klavier gespielt und im Hintergrund sind wieder unsere beliebten Geigen zu hören, die hier reinpassen und das Stück komplettieren, sowie zum Ganzen machen. Sie lassen es aufleben und noch trauriger werden, als es sowieso schon ist. Zudem ist „Kilauea“ ein echter Ohrwurm. Man wird ihn nicht los, da er zum Nachdenken anregt und einem das Herz weich werden lässt, da es einfach wunderschön ist.

„Outlander“ (Vol. III, Theme 22) aus dem Soundtrack der dritten Staffel klingt am Anfang so wie „Scarborough Fair“, obwohl das zwei verschiedene Songs sind, die in zwei verschiedenen Staffeln gespielt werden. Es beginnt mit Flöten und es kommen die Violinen dazu. Dies ist ein Stück, welches gespielt wurde, als Hunter zu Taylor ins Büro kommt und sie dann fragt, warum sie Cody vertraut. Außerdem wurde dieses Stück in voller Gänze gespielt und lief im Hintergrund der Szene. Dies war eine dramatische Szene, in der die Gefühle von Hunter eine Rolle gespielt haben. Doch man hat gemerkt, dass Taylor Cody noch immer liebt, obwohl er in der Staffel nicht gerade liebevoll war, sondern sich ein wenig gehen gelassen hat. Dies wurde vom Sprecher wiederum sehr super eingesprochen. Doch um noch einmal auf „Outlander“ einzugehen, das ist ein echt schönes Stück, das alle Gefühle – ob traurig, fröhlich, aber eher traurig – miteinander vereint. Ynie Ray hat dies sehr gut hinbekommen. Dafür bewundere ich den Produzenten, der so eine große Sache geleistet und so etwas Tolles auf die Beine gestellt hat. Doch die drei Autoren haben die Serie zu dem gemacht, was sie jetzt ist. Eine packende, sich stetig steigernde Serie. Viel Grusel, Horror, Mystery und ein wenig Fantasy sind auch dabei. Die Crème de la Crème der Sprecher*innenbranche ist hier wiederzufinden. Wenn ihr wissen wollt, wie es mit Cody, seinen Kindern und den anderen Menschen aus Harmony Bay weitergeht, dann hört euch die Serie an. Sie ist hörenswert und einfach nur fantastisch. Sie ist das Beste, was ich je in meinem Leben gehört habe. Ein echt großes Lob an Anette Strohmeyer, Raimon Weber, Ivar Leon Menger, die dieses Imperium erschaffen haben. Auch ein Lob an den Sound Designer Tommi Schneefuß und Musikproduzenten Ynie Ray, die diese Serie zudem gemacht haben, was sie ist.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Monster 1983“ eine sehr gelungene und packende Serie ist, die man jedem empfehlen sollte. Mein Fazit ist hiermit: Hört euch „Monster 1983“ an und lasst euch mitreißen in die Geschichte der Küstenstadt Harmony Bay und dessen Bewohner, die einige Dinge aufdecken werden. Ihr wollt wissen was der MC ist? Dann hört die Serie. Denn sie ist wirklich  fesselnd.